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Deutsche Krankenhausgesellschaft

Kliniken: Spardruck erhöht Risiken

In der Debatte um mehr Hygiene am Klinikbett haben die Krankenhäuser vor weiterem Spardruck gewarnt.
"Wir richten einen dringenden Appell an die Politik: Sicherheit kostet auch Geld", sagte der Geschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Georg Baum. "Die vorgesehenen Sparmaßnahmen können nur mit weiterem Druck auf das Personal umgesetzt werden", warnte Baum. "Risiken sind nicht auszuschließen."

Mehrere Politiker hatten nach dem Tod dreier Säuglinge in Mainz, die verunreinigte Infusionen bekommen hatten, verschärfte Vorschriften und die verpflichtende Einstellung von Hygienebeauftragten in Kliniken verlangt. "Wir haben kein Problem, wenn statt 16 Landesregelungen eine bundeseinheitliche Gesetzgebung kommt", sagte Baum. "Wir haben auch kein Problem, wenn die Krankenhäuser zur Besetzung mit Hygienepersonal verpflichtet werden. Aber die Politik muss sich im Klaren sein, dass für so veränderte Standards auch mehr finanzielle Ressourcen bereitgestellt werden müssen." Dies gelte auch für eine Einführung neuer Standardtests für multiresistente Erreger.

Die Koalition will bei den Kliniken im Zuge der Gesundheitsreform im kommenden Jahr rund 500 Millionen Euro sparen. Die Preise sollen geringer als bisher bereits geplant steigen, für bestimmte Leistungen soll es einen Preisabzug geben.

"Jedes Krankenhaus hat selbst einen extrem hohen Ansporn, Risiken zu minimieren", sagte Baum. Kliniken mit Berichten über Hygieneprobleme erlitten rasch einen Imageschaden - außerdem brächten zusätzliche Infektionen auch zusätzliche Kosten. So hätten die Kliniken selbst die Initiative "Saubere Hände" für mehr Sauberkeit mit ins Leben gerufen. Rund 60 Prozent der Krankenhäuser hätten zudem bereits Hygiene-Beauftragte eingestellt.

Ein überwiegender Teil der Infektionen sei nicht vermeidbar, sagte Baum, sondern rühre von den immer zahlreicheren Fällen etwa von Operationen alter Menschen her. So bekomme ein 90-Jähriger auf einer Intensivstation eher eine Infektion als ein junger Mensch.

dpa

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