Ermittlungen im Saarland

Pfleger sollen Senioren misshandelt haben

In einem saarländischen Seniorenheim sollen über Monate hinweg Patienten misshandelt und eventuell sogar getötet worden sein - und das, obwohl ihre Station kontrolliert wurde.
Gegen zwei Pfleger wird ermittelt, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Nach Angaben der Arbeiterwohlfahrt (AWO) soll einer der beiden einem Patienten oder einer Patientin eine tödliche Überdosis Morphium verabreicht haben. Eine weitere Patientin soll ohne Narkose an einer offenen Wunde operiert worden sein, einen Tag später starb die Frau. Laut AWO-Sprecher haben die Männer die Vorwürfe teilweise eingeräumt, zum Teil aber auch bestritten. Die mutmaßlichen Taten auf der Pflegestation fielen trotz Kontrollen nicht auf und kamen erst durch Zufall ans Licht: Als im Heim Medikamente fehlten, gerieten die Pfleger offiziell unter Verdacht, wie ein AWO-Sprecher am Mittwoch bestätigte. Zuvor habe es zwar Kritik an der Qualität der Pflege in dem Seniorenzentrum in Elversberg bei Saarbrücken gegeben, sagte Oliver Wermann vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherung im Saarland. Bei einer Überprüfung im Dezember seien aber keine Hinweise auf Misshandlungen gefunden worden. Die Patienten sollen zwischen Dezember und Mai misshandelt worden sein. Die AWO hatte die Vorwürfe gegen die beiden 35 und 25 Jahre alten Pfleger am Dienstag öffentlich gemacht.

Systematische Misshandlungen
Dem Älteren wird in einem Fall Körperverletzung mit Todesfolge vorgeworfen, ein weiteres mögliches Tötungsdelikt wird geprüft, wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Thomas Reinhardt, sagte. Insgesamt sollen die Pfleger rund ein Dutzend Patienten körperlich und psychisch stark misshandelt haben. Einem Bewohner wurde demnach die Atemkanüle herausgezogen, ein anderer durch Schnitte im Gesicht verwundet.

dpa