Arbeitskampf

Servicepersonal von Helios-Kliniken erneut im Warnstreik

Mit einem ganztägigen Warnstreik haben Service-Mitarbeiter der Helios-Kliniken Schwerin und Leezen eine bessere Bezahlung gefordert.
Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi beteiligten sich rund 200 Beschäftigte der Service-Gesellschaft. Sie zogen von der Klinik zum Hauptbahnhof. Dort machten sie bei einer Kundgebung lautstark auf ihre Forderungen aufmerksam. Für die geplante Umstrukturierung der Servicegesellschaft Helios Service Nord GmbH (HSN) in fünf kleinere Unternehmen zum 1. September fordert die Gewerkschaft einen Überleitungstarifvertrag für die derzeit rund 650 Mitarbeiter in Küche, Reinigung, Lager, Hol- und Bringedienst. Die Löhne lägen aktuell bei 6,39 Euro beziehungsweise 6,90 Euro die Stunde, hieß es.

Rückendeckung aus der Landespolitik
Schon bei einem Streik in der Vorwoche waren 150 Service-Beschäftigte der Kliniken in den Ausstand getreten. Das Unternehmen lehnte damals die Forderungen der Gewerkschaft ab. Es werde keine Verhandlungen geben, hatte eine Sprecherin gesagt. Die Mitarbeiter würden zu den im Servicebereich üblichen Konditionen bezahlt. Daran habe sich nichts geändert, hieß es am Dienstag. Rückendeckung bekamen die Helios-Servicekräfte aus der Landespolitik. Sozialministerin Manuela Schwesig (SPD) sagte: "Alle Beschäftigten in den Kliniken müssen angemessen bezahlt werden." Ein Krankenhaus brauche gute Servicekräfte für den reibungslosen Betrieb. "Sie dürfen nicht als Beschäftigte zweiter Klasse behandelt werden", so die Ministerin.

Tegtmeier: Vorgehen ist inakzeptabel
Die SPD-Landtagsabgeordnete Martina Tegtmeier warf dem zu Fresenius gehörenden Helios-Konzern vor, die Mitarbeiter der HSN auf neue Firmen aufteilen zu wollen, um Tarifverhandlungen künftig deutlich zu erschweren. Dieses Vorgehen sei inakzeptabel und gefährde die Versorgungsqualität in den Kliniken. "Klinische Sauberkeit und gesundes Essen sind essenzielle Bestandteile eines guten Krankenhauses und kein Nebenbereich, in dem die Geschäftsführung die Kosten drücken kann", betonte Tegtmeier. Die sozialpolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion, Silke Gajek, forderte einen Mindestlohn von 8,50 Euro. Sie verlangte von der Landesregierung, diesen Mindestlohn über das Vergabegesetz hinaus in Mecklenburg-Vorpommern gesetzlich zu verankern, beispielsweise über Bundesratsinitiativen.

dpa