PKV

Bei Zusatzversicherungen boomt das Geschäft

Die private Krankenversicherung (PKV) ist in der Krise, heißt es. Doch bei einigen Anbietern läuft das Geschäft nach wie vor sehr gut.
Das Image der Privaten Krankenversicherung (PKV) hat in den letzten Jahren erheblich gelitten. Ein Grund dafür dürfte zum gehörigen Teil im aggressiven Akquisitionsverhalten einiger PKV-Unternehmen liegen, deren international tätige Konzern-Mütter wenig Verständnis für die deutschen Verhältnisse besitzen. Denn eigentlich fuhr das Assekuranz-Segment per Saldo in 2011 wieder eine positive Bilanz ein. Noch immer wechseln mehr Bundesbürger in die PKV als sterben oder sich für die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) entscheiden. Dennoch, bei den 45 Mitgliedern des PKV-Verbandes gab es im vergangenen Jahr viel Licht und Schatten. Unter den Top 5 der Branche verloren drei Aktiengesellschaften heftig im Bestand der Vollversicherten während zwei andere PKV-Versicherer im gleichen Zeitraum erhebliche Gewinne verbuchen konnten. Nur bei den Zusatzversicherten boomt für alle das Geschäft. Das kann man dem neuesten Ranking, der "dfg-Liste der deutschen privaten Krankenversicherungsunternehmen" entnommen werden. Die in den vergangenen Jahren führte auch 2011 die Koblenzer Debeka uneinholbar die Rangliste der 38 gelisteten größten PKV-Unternehmen an. Per Saldo wuchs der vorwiegend Beamte versorgende Versicherer sogar noch über PKV-Trend und steht auf Platz 2 der TOP 5-Gewinner des Rankings. Schaut man sich den Fünf-Jahres-Zeitraum von 2007 bis 2012 an, findet man als absoluten Gewinner die deutsche Tochter des französischen AXA-Konzernes an erster Stelle. Gefolgt von der Koblenzer Debeka und der HanseMerkur. Für das Segment der Zusatzversicherten führt gegen den Trend bei den Voll- und Kooperationsversicherten seit Jahren die Kölner DKV das Ranking mit weitem Abstand an. Auch die im Voll-Versichertenbereich schwächelnde Allianz legte in diesem Segment ordentlich zu und behauptete damit ihren Platz 2.

Probleme auch hausgemacht
Zurzeit hagelt es für die private Krankenversicherung (PKV) Kritik. Dabei liegen die Probleme der PKV zum Teil im System, zum Teil sind sie hausgemacht. Einen wesentlichen Anteil aber hat die Politik: Sie hilft den Privaten nicht und weist keine Perspektive für die Branche. Eine ausführliche Recherche über den Zustand der PKV unseres Autors Robert Paquet lesen sie dazu in der kma Ausgabe Juli 2012.

dfg/kma