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Hygiene im Krankenhaus

Strafanzeige gegen Uniklinik Regensburg

Die Diskussion um mangelnde Hygiene an Krankenhäusern hat das Uniklinikum Regensburg erreicht.
Eine auf Medizinrecht spezialisierte Rechtsanwältin hat Strafanzeige wegen Hygienemängeln und Körperverletzung gegen die Klinik gestellt. Die Klinik bestreitet vehement, dass es Verfehlungen gegeben habe.

Eine ehemalige Reinigungsmitarbeiterin habe ihr mehrfach von "absolut unerträglichen" Arbeitsumständen berichtet, sagt die Juristin Alexandra Glufke-Böhm der "Süddeutschen Zeitung". Die Putzfrau, die zwei Jahre am Klinikum arbeitete, hat die Mängel aufgelistet: Böden seien teilweise mit reinem Wasser gewischt worden, Putzlappen ein halbes Jahr nicht gewechselt worden, defekte Desinfektionsspender seien nicht ausgetauscht worden.

Als die Reinigungsfrau ernsthaft erkrankt war, wurde sie dennoch zum Putzen in die Klinik beordert. Es habe geheißen: 'Dann gehst halt nicht auf die Onkologie, sondern nur zu den Frischoperierten.' Einmal im Jahr habe es eine angesagte Kontrolle gegeben, da habe man dann vorher 'heftig geputzt'. Die Informantin sei glaubwürdig, sagt Glufke-Böhm der"Süddeutsche Zeitung". Dem Klinikum selbst liegt die detaillierte Mängelliste noch nicht vor. Die bislang bekannten Vorwürfe entbehrten jedoch 'jeglicher Grundlage', sagte eine Sprecherin der Zeitung. Erst Ende Juli hätten Mitarbeiter des Gesundheitsamts das Klinikum bei zwei kurzfristig angesetzten Begehungen kontrolliert. Dabei seien 'keine Maßnahmen nach dem Infektionsschutzgesetz nötig geworden'.

In den vergangenen Wochen sind Hygienemängel in verschiedenen Häusern öffentlich geworden. In München war an städtischen Kliniken OP-Besteck verschmutzt, in der privaten Residenz-Klinik, die mittlerweile insolvent ist, sollen Reinigungskräfte in Straßenkleidung den OP geputzt haben. In Mainz starben drei Babys durch verschmutzte Infusionen.

Süddeutsche Zeitung

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