Geschäft mit Sonderpreisen

AOK-Mitarbeiter wegen Betrugsverdacht vor Gericht

Zwei Mitarbeiter der AOK Nordwest müssen sich wegen Verdachts des Betruges vor dem Landgericht Lübeck verantworten.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, Arzneimittelhersteller um mehr als 500 000 Euro betrogen zu haben. In 479 Fällen sollen die beiden Beratungsapotheker der Krankenkasse an einem systematischen Betrug mitgewirkt haben, der den gesetzlich gewollten Preisunterschied zwischen Klinikmedikamenten und normaler Apothekenware ausgenutzt hat.

Ein inzwischen zu einer Bewährungsstrafe verurteilter Lübecker Apotheker hatte von Pharmafirmen unter anderem teure Krebsmedikamente zum günstigeren Klinikpreis gekauft und an Heime, Arztpraxen und Patienten weiterverkauft - mit einem Preisaufschlag, aber immer noch günstiger, als normale Apothekenware. Die beiden Angeklagten sollen nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft den Lübecker Apotheker gezielt aufgefordert haben, bestimmte Ärzte widerrechtlich mit Klinikmedikamenten zu Sonderpreisen zu versorgen.

dpa