Helios

20 Prozent der ZSG-Mitarbeiter werden nicht übernommen

Nach den Kündigungen bei der Zentralen Dienstleistungsgesellschaft (ZSG) Damp werden etwa 20 Prozent von bisher 1.300 Mitarbeitern nicht von neuen Dienstleistern übernommen.
Die Bereiche, in denen sie tätig waren, würden neu organisiert, schrieb die Helios Kliniken GmbH am Donnerstag in einem Mitarbeiterbrief, der der Nachrichtenagentur dpa vorliegt. Betroffen seien etwa die Wäscherei oder das Archiv, das digitalisiert werde. Auch würden befristete oder auslaufende Verträge nicht verlängert. Die Helios-Regionalgeschäftsführer Jörg Reschke (Region Nord-West) und Franzel Simon (Region Nord-Ost) kritisierten in dem Schreiben außerdem, dass die ZSG als einziger Service-Partner der Damp-Einrichtungen nie einem Wettbewerb mit anderen Dienstleistern ausgesetzt gewesen sei. Das Unternehmen, das etwa für Verpflegung und Reinigung zuständig ist, sei "teuer, in Teilen ineffizient" gewesen und habe "in vielen Bereichen mit veralteten Methoden" gearbeitet. Zudem habe die ZSG zu viele Vollzeitkräfte beschäftigt, die oft mehr Geld erhielten als nach dem marktüblichen Vergütungsniveau für Serviceleistungen üblich. Dafür hätten dann Gelder für notwendige Investitionen gefehlt. Das Ende der ZSG sei unumkehrbar.

Verdi ist erbost
Ute Dirks, Geschäftsführerin der Bezirks Nordost beim Landesbezirk Nord der Gewerkschaft Verdi, wies die Vorwürfe zurück. "Fakt ist, dass die Dienstleistungen der ZSG ständig optimiert wurden. Die ZSG hat wirtschaftlich gearbeitet." Helios wolle "aus diesem Bereich noch mehr herausquetschen, die wollen 15 Prozent Rendite". Es würden unerträgliche Arbeitsbedingungen geschaffen. Die ZSG gehört wie zahlreiche Kliniken und Einrichtungen in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern zur ehemaligen Damp-Gruppe, die im März von der zum Fresenius-Konzern gehörenden Helios übernommen wurde. Vergangene Woche hatten die Kliniken und Einrichtungen sämtliche Verträge mit der ZSG gekündigt, da diese wegen Streiks ihre Leistungen nicht mehr erbringen könne. Die ZSG hatte daraufhin ihrerseits ihren Mitarbeitern vorsorglich gekündigt. Verdi hält die ZSG-Kündigungen für rechtswidrig. Erste Klagen sind bereits bei den Arbeitsgerichten Flensburg und Kiel eingegangen. Seit der vergangenen Woche streiken Beschäftigte an verschiedenen Damp-Standorten. Auch der Vize-Chef des Aufsichtsrats der Rhön Klinikum AG übte scharfe Kritik am Vorgehen von Helios.

dpa