PET/CT bei Weichteil und Knochentumoren

IQWIQ veröffentlicht Zwischenbericht

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG) unersucht derzeit den Stellenwert der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) alleine oder in Kombination mit einer Computertomographie (CT) bei Knochen- und Weichteiltumoren.
Die vorläufigen Ergebnisse hat das Institut nun veröffentlicht. Danach ist es mangels Studien nicht möglich, belastbare Schlussfolgerungen zum Nutzen der PET oder der PET/CT zu ziehen. Bis zum 02. Juli 2012 können interessierte Personen und Institutionen schriftliche Stellungnahmen zu diesem Vorbericht abgeben.

Fachleute erhoffen sich zuverlässigere Diagnose
Knochen- und Weichteiltumoren sind seltene Erkrankungen des Bewegungsapparates und des Weichteilgewebes. Insbesondere die bösartigen Formen stellen einen vergleichsweise geringen Anteil an allen Krebserkrankungen dar. Weichteiltumoren, die aus verschiedenen Typen von Bindegeweben entstehen, sind für etwa ein Prozent der jährlichen Krebstoten in Deutschland verantwortlich, der Anteil der Knochentumoren ist niedriger. Viele Fachleute hoffen, dass eine Untersuchung mit PET oder PET/CT alleine oder in Kombination mit anderen Methoden besser in der Lage ist, zwischen bösartigen und gutartigen Tumoren zu unterscheiden (Primärdiagnostik). Die PET soll helfen, Tumoren besser in das korrekte Stadium einzuteilen (Primärstaging) und besser zu beurteilen, ob sie auf eine Therapie ansprechen (Restaging). Außerdem hoffen Experten durch PET oder PET/CT früher und mit höherer Gewissheit feststellen zu können, ob ein Rückfall (Rezidiv) oder eine Tochtergeschwulst (Metastase) aufgetreten ist. Diese Informationen sollen es dann ermöglichen, den Patientinnen und Patienten bessere Therapieempfehlungen zu geben.

Die Studienlage ist sehr überschaubar
Wissenschaftler des IQWIG haben die weltweite Fachliteratur erfolglos nach Studien durchsucht, in denen Auswirkungen der Diagnostik mittels PET oder PET/CT auf gesundheitliche Aspekte untersucht wurden. Zusätzlich hat das IQWIG nach Studien gesucht, in denen die diagnostische und prognostische Güte der PET oder PET/CT, das heißt, die Genauigkeit der Diagnose und die Vorhersagekraft in Hinblick auf den Krankheitsverlauf bestimmt oder mit anderen Untersuchungsverfahren verglichen wurden. Dabei geht es vor allem um die Frage, wie oft eine Untersuchung ein richtiges Ergebnis liefert. Sie sollte auf der einen Seite so selten wie möglich echte Tumoren übersehen, auf der anderen Seite aber auch keinen falschen Verdacht wecken. Hierzu konnten die Wissenschaftler zwar die Ergebnisse aus insgesamt 23 Einzelstudien auswerten. Allerdings hatten die meisten dieser Studien nur wenige Teilnehmer und waren zudem anfällig für Verzerrungen, so dass ihre Ergebnisse mit einer hohen Unsicherheit behaftet sind.

Vier dieser Studien verglichen die PET beziehungsweise PET/CT mit konventionellen bildgebenden Verfahren (MRT, Röntgen, CT). In keiner dieser vier Studien wurde allerdings eine statistisch signifikant höhere diagnostische Güte der PET bzw. PET/CT gegenüber einem konventionellen Verfahren berichtet. Zur prognostischen Güte wurden keine Studien gefunden, die die PET bzw. PET/CT mit konventionellen Verfahren verglichen.

IQWIG