Zu diesem Schluss kommen die Vereinten Nationen in einer Studie, die am Dienstag in Genf vorgestellt wurde. "Die jungen Leute gehen (bei der Prävention) voran", sagte der Chef des UN-Aidsprogramms UNAIDS, Michel Sidibé. Sie hätten später Sex, weniger Partner und benutzten mehr Kondome als vor einigen Jahren. Dieser Trend sei weltweit zu beobachten, besonders aber in den stark betroffenen Ländern Schwarzafrikas. UNAIDS stellte seine Studie "Outlook 2010" im Vorfeld der 18. Internationalen Aidskonferenz (18.- 23. Juli) in Wien als Diskussionsgrundlage vor.
Die Studie stützt sich auf die Untersuchung junger schwangerer Frauen im Alter von 15 bis 24 Jahren sowie auf Erhebungen zum Sexualverhalten. In mindestens sieben afrikanischen Ländern sank die Zahl HIV-Infizierter junger Schwangerer demnach in den Jahren seit 2000 um mindestens 25 Prozent. So ging in Kenia die Zahl der HIV- Infizierten in dieser Gruppe von 2000 bis 2005 um beeindruckende 60 Prozent zurück. Schwarzafrika ist die bei weitem am schwersten von der Immunschwäche betroffene Region. In weiteren acht Ländern verzeichnete UNAIDS einen ähnlich starken Rückgang und führt dies zum Teil auf ein vorsichtigeres Sexualverhalten zurück.
Natürlich seien mit diesem positivem Trend die Gefahren der Immunschwäche nicht vorbei, betonte Sidibé. "Wir haben es weiterhin mit einer sehr schweren Epidemie zu tun. Kritiker gehen zudem davon aus, dass die vorliegenden Daten nicht aussagekräftig genug sind. Sie beruhen zum Teil auf Schätzungen und Hochrechnungen. Gegen die drei klassischen Risiken - häufiger Partnerwechsel, Verkehr ohne Kondome und zu frühem Sex - werde schon seit 30 Jahren angekämpft werde, hieß es in Genf. Weltweit leben UNAIDS zufolge etwa fünf Millionen junge Menschen zwischen 15 und 24 Jahren mit einer HIV-Infektion, vier Millionen davon in Ländern Schwarzafrikas.
In Osteuropa und Zentralasien, darunter Russland, registrieren die Experten gegenwärtig eine steigende Zahl von Neuinfektionen mit dem Aidsvirus HIV. Dies könnte unter anderem auch durch das Spritzen von Drogen ausgelöst werden. UNAIDS setzt sich dafür ein, dass preiswertere und bessere Medikamente für Aidskranke zur Verfügung gestellt werden, fordert aber auch mehr eigene Anstrengungen der betroffenen Länder zur Bekämpfung der Infektionen.
Rund zehn Millionen Todesfälle und eine Million Neuinfektionen könnten verhindert werden, wenn alle Länder eine adäquate Behandlung einführten, mahnte UNAIDS. Die UN-Organisation schätzt die Zahl der HIV-Infizierten weltweit auf insgesamt rund 33,4 Millionen. Zwei Millionen Infizierte sterben jedes Jahr an der Immunschwäche Aids. Es gibt 2,7 Neuinfektionen jährlich.

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UN-Studie
Sexualverhalten hat sich verändert
Aus Angst vor Aids sind viele junge Menschen in Afrika beim Sex vorsichtiger.
dpa
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