Der Verkauf des rund 52-Prozent-Pakets mit einem Wert von rund 28,3 Milliarden US-Dollar sei am Mittwoch abgeschlossen worden, teilen Novartis und Nestle am Donnerstag mit. Novartis hält damit 77 Prozent an dem Augenheilkonzern. Novartis will durch die Alcon-Übernahme und das angestrebte Wachstum in den Schwellenländern für die Zeit nach den Patentabläufen für die Umsatzspitzenreiter Diovan (Blutdruck) sowie des Krebsmittels Glivec gerüstet sein.
Novartis hatte 2008 schon 25 Prozent an Alcon von Nestle übernommen und die Option auf deren restliche 52 Prozent bekommen. Diese wurde im Januar 2010 gezogen, gleichzeitig machte das Unternehmen den Minderheitsaktionären ein Angebot von 2,8 Novartis-Titeln pro Alcon-Aktie. Novartis will Alcon komplett übernehmen. Die Schweizer beziffert die zwischen Alcon und Novartis möglichen Synergien auf rund 200 Millionen Dollar im Jahr vor Steuern. Der Kauf von Alcon sei in den Jahren 2010 und 2011 weitgehend neutral für den Gewinn je Aktie. Von den Regulierungsbehörden sind Verkäufe von Unternehmensteilen angeordnet worden, welche einem Umsatz von rund 100 Millionen Dollar entsprechen.
Patentabläufe und die Sparbestrebungen im Gesundheitswesen in Europa und den USA machen Novartis wie auch der Pharmabranche zu schaffen. Mit Alcon steht Novartis künftig auf fünf Beinen, darunter die Generika (Nachahmermedikamente) herstellende Sandoz, das noch kleine Impfstoff- und Diagnostikgeschäft und die Augenheilkunde. Viele Pharmaunternehmen stehen öffentlich in der Kritik, sie sollen die Kosten für die teuren patentgeschützten Medikamente - darunter vor allem Krebsmittel - reduzieren. Im Pharmamarkt Europas sanken laut Novartis die Preise im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahr infolge der Maßnahmen der Behörden um vier Prozent. Nach Einschätzung von Analysten dürfte Novartis in den nächsten Quartalen ähnlich hohe Preissenkungen bevorstehen.

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Verkauf unter Dach und Fach
Novartis stockt Anteil an Augenmittelspezialisten auf
Nestle und Novartis haben den Verkauf des restlichen Alcon-Anteils des weltgrößten Lebensmittelkonzerns an den Pharmakonzern unter Dach und Fach gebracht.
dpa
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