Nach Russland sei die Tablette nun auch in Australien unter dem Markennamen Movectro zugelassen worden, teilte der Dax-Konzern am Freitag mit. An der Börse sorgte die Nachricht für Kauflaune: Merck-Titel legten am Nachmittag um fast drei Prozent zu. Cladribin ist die erste zugelassene Tablette zur Behandlung der Autoimmunerkrankung weltweit. Bislang müssen Medikamente gegen MS gespritzt werden.
In den USA und Europa warten die Darmstädter noch auf grünes Licht der Zulassungsbehörden. Eine Entscheidung der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA wird im 4. Quartal 2010 erwartet. In Europa rechnet der Konzern im 3. Quartal mit einer Stellungnahme eines EU-Beraterausschusses. Merck hatte Mitte 2009 begonnen, weltweit Zulassungsanträge für Cladribin-Tabletten zu stellen. Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems. Schätzungen zufolge sind weltweit rund zwei Millionen Menschen an MS erkrankt.
Das hessische Familienunternehmen liefert sich mit dem Schweizer Pharmakonzern Novartis ein Kopf-an-Kopf-Rennen auf dem Markt für MS-Mittel: In den USA - haben die Schweizer bisher die Nase vorne. Denn ein Beraterausschuss der FDA hatte im Juni das Novartis-Mittel Gilenia zur Zulassung empfohlen. In der Regel folgt die FDA der Empfehlung. Eine endgültige Entscheidung wird am 21. September erwartet. Novartis verspricht sich von Gilenia künftig einen jährlichen Spitzenumsatz von mehr als 1 Milliarde Dollar.

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Aktie legt deutlich zu
Merck kommt mit MS-Tablette Cladribin voran
Der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck KGaA kommt mit der Zulassung seiner Multiple-Sklerose-Tablette Cladribin voran.
dpa
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