Streit mit Arbeitnehmern

Merck droht bei Konzernumbau

Dem Pharma- und Chemiekonzern Merck droht beim geplanten Umbau- und Sparprogramm Streit mit den Arbeitnehmervertretern.
Der Betriebsrat hat für das Umbauprogramm eine eigene Beratungsgesellschaft beauftragt, wie Betriebsratschef Heiner Wilhelm der "Financial Times Deutschland" (FTD) bestätigte. Damit wolle die Arbeitnehmervertretung die Pläne der von der Unternehmensführung beauftragten Berater von McKinsey ausbremsen, schreibt die Zeitung. Der Betriebsrat wolle in den ab 18. April auf Länderebene geplanten Diskussionen mit den Arbeitnehmern verhindern, dass McKinsey mit seinen Vorschlägen Tatsachen schafft. Vor allem gebe es deutliche Hinweise darauf, dass McKinsey die Logistik des Pharmakonzerns an einen externen Anbieter abgeben will, sagte Wilhelm der "FTD". Merck-Chef Karl-Ludwig Kley hat für das Spar- und Stellenabbauprogramm "Fit für 2018" bislang keine konkreten Einsparziele angegeben. Sowohl Unternehmensführung als auch Arbeitnehmervertretung gingen bislang davon aus, dass wegen vereinbarter Freiwilligenprogramme keine betriebsbedingten Kündigungen notwendig werden. Analysten rechnen bei Vorlage der Zahlen für die ersten drei Monate am 15. Mai mit weiteren Aussagen zum Sparprogramm. Finanzchef Matthias Zachert hatte Anfang März erklärt, Details könnten erst in drei bis sechs Monaten veröffentlicht werden. Das Programm soll alle Länder und Geschäftsbereiche umfassen. Merck soll nach den Rückschlägen in der Pharmasparte und der Konkurrenz im Geschäft mit Flüssigkristallen auf mehr Effizienz getrimmt werden. Beobachter rechnen mit Kostensenkungen im hohen dreistelligen Millionenbereich.

dpa