Pharma

Sanofi rüttelt an der Nummer eins Pfizer

Der französische Pharmakonzern Sanofi peilt nach der Übernahme des US-Unternehmens Genzyme weitere Akquisitionen an.
Angesichts eines "sehr starken operativen und freien Cash-flow" sowie einer Verschuldung auf "vernünftigem Niveau haben wir die Mittel, um weiterhin auch externes Wachstum zu tätigen", sagte Marketing- und Vertriebsvorstand Hanspeter Spek der "Börsen-Zeitung". Nach der Dividendenzahlung werde Sanofi Ende des zweiten Quartals eine Verschuldung von etwas "über zehn Milliarden Euro" haben. Der französische Pharmakonzern hat seit Amtsantritt des Vorstandschefs Chris Viehbacher im Dezember 2008 rund 23 Milliarden Euro für Akquisitionen ausgegeben. Viehbacher hatte bei Sanofi einen tiefgreifenden Transformationsprozess eingeleitet, um die Auswirkungen der Patentabläufe für wichtige Umsatztreiber abzufedern. "Wir haben seit Anfang 2009 bis heute ein Umsatzvolumen von 5,6 Milliarden Euro verloren", sagte Spek. Zuletzt war der Patentschutz für den Blutverdünner Plavix abgelaufen. Im August verliert das Krebsmittel Eloxatin seine Exklusivität als Originalmedikament. 2012 rechne Sanofi weiterhin mit einem Rückgang des Nettogewinns von 12 bis 15 Prozent. Die Erlöse sollen zwischen 2012 und 2015 pro Jahr um mindestens fünf Prozent steigen.

Vielleicht bald die Nummer 1
Spek, der in Ulm geboren wurde und Aufsichtsratsvorsitzender von Sanofi in Deutschland ist, verantwortet auch das Auslandsgeschäft. Sanofi werde "vielleicht bald die Nummer 1" weltweit in der Pharmabranche vor dem US-Konzern Pfizer sein. Angesichts der Einsparungen in den Gesundheitssystemen in Europa setzt Sanofi wie andere Pharmakonzern auch auf die Nachfrage aus den Schwellenländern: "2011 haben wir bei einem Gesamtumsatz von circa 34 Milliarden Euro erstmals mehr als 10 Milliarden Euro in diesen Ländern erzielt." Die wichtigsten Märkte dort seien Brasilien, China und Russland.

Umsätze in Deutschland rückläufig
In Hoechst produziert Sanofi mit dem Diabetes-Mittel Lantus seinen mit Abstand wichtigsten Umsatzbringer. Auch das noch in der Entwicklung befindliche Diabetesmittel Lyxumia soll nach erfolgreicher Zulassung in Hoechst produziert werden. Die Umsätze in Deutschland seien aber bedingt durch die Gesundheitspolitik seit Jahren rückläufig. Nicht Stellung nehmen wollte Spek zu Gerüchten, Sanofi plane die Übernahme des US-Diabetes-Spezialisten Amylin. In den nächsten zwölf Monaten erwartet Spek die Zulassung von sechs neuen Wirkstoffen in Europa und in den USA.

dpa