Medizintechnik

Fresenius droht Ärger wegen Dialysemittel in den USA

Dem weltweit größten Dialysespezialisten Fresenius Medical Care (FMC) droht Ärger mit der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA.
Die Behörde prüfe, ob der Dax-Konzern Informationen über Probleme beim Einsatz des Dialysemittels GranuFlo nur an eigene Behandlungszentren und nicht an alle weitergegeben habe, berichtet die "New York Times" und zitiert einen Mitarbeiter der Behörde. Ein Sprecher der Muttergesellschaft Fresenius SE wollte den Bericht auf Anfrage vorerst nicht kommentieren. FMC hat dem Bericht zufolge im vergangenen November eigene Zentren vor möglicherweise tödlichen Nebenwirkungen bei der Behandlung mit GranuFlo gewarnt. Bei fremden Zentren sei dies aber erst Ende März erfolgt. Die FDA prüfe nun, ob FMC damit gegen Gesetze verstoßen hat. Fresenius setzt das Mittel in den USA in seinen eigenen Behandlungszentren ein und vertreibt es auch an andere Dialysekliniken. Eine Überdosis des Mittels kann Studien zufolge Herzproblemen verursachen.

"Ich finde es problematisch, dass Fresenius nicht aus eigener Initiative sämtliche Kunden über seine Bedenken informiert hat", zitiert die Zeitung Steven Silverman von der FDA. An der Börse sorgte die Meldung für einen Kursrückgang bei FMC-Aktien. Die Titel gaben zuletzt 0,92 Prozent auf 52,77 Euro nach, während der Dax im Plus lag. Die Analysten der UBS werteten die Nachricht als leicht negativ, kommentierten sie allerdings zunächst nicht weiter.

dpa