Fachkräftemangel

Sinkende Bewerberzahlen bei Boehringer

Sinkende Zahlen bei Bewerbungen machen beim Pharmakonzern Boehringer Ingelheim den Fachkräftemangel in Deutschland spürbar.
Auch für Lehrstellen meldeten sich deutlich weniger Interessenten auf eine Stelle als früher - das Minus liege teils im zweistelligen Prozentbereich, sagte die Geschäftsführerin Personal der Boehringer Ingelheim Deutschland GmbH, Ursula Fuggis-Hahn. "Aber wir bekommen noch Mitarbeiter mit den Qualifikationen, die wir brauchen", ergänzte sie. "Manchmal dauert die Besetzung offener Stellen etwas länger, und die Suche gestaltet sich häufig aufwendig." Boehringer Ingelheim sei allerdings an schwierigere Phasen bei der Suche nach neuen Mitarbeitern gewöhnt. "Es gab immer schon Engpässe in bestimmten Spezialistenfunktionen." Ein Vorteil des Konzerns sei die weltweite Aufstellung. Die Wirtschaftskrise in einigen Euro-Staaten hätte dazu geführt, dass mehr gute Bewerber bereit sind, nach Deutschland zu kommen. "Es ist derzeit einfacher, Mitarbeiter aus dem europäischen Ausland zu gewinnen, zum Beispiel aus Spanien", sagte Fuggis-Hahn. Vorteilhaft sei allerdings, wenn die Bewerber Deutsch sprechen oder bereit sind, die Sprache zu lernen.

Vor allem Forscher fehlen
Angestellte mit spanischen Wurzeln seien bereits an verschiedenen Positionen im Unternehmen tätig. "Es ist aber nicht so, dass wir aus den europäischen Krisenländern reihenweise Bewerbungen bekommen", schränkte die Personalchefin ein. Nach ihrer Einschätzung ist die Bereitschaft, für einen Job in ein anderes Land zu gehen, nach wie vor eher gering. Insgesamt könne Boehringer Ingelheim den Bedarf etwa an Ingenieuren noch gut decken. Schwieriger sei es dagegen immer schon in der Forschung und Entwicklung gewesen, etwa in der Sparte Medizin/Onkologie (Krebsforschung). Keine Probleme gebe es bislang in den Berufsgruppen, bei denen das Unternehmen selbst ausbildet wie zum Beispiel Chemielaboranten. "Aber auch da wird es enger", sagte Fuggis-Hahn.

Das Unternehmen achte darauf, neben Abiturienten auch jungen Menschen mit Real- oder Hauptschulabschluss einen Lehrvertrag zu geben. Während Azubis mit Abitur nach der Ausbildung häufig an eine Hochschule abwanderten, seien Hauptschüler dem Unternehmen in der Regel treuer.

dpa