Der durchschnittliche Krankenstand stieg von 3,5 Prozent auf 3,7 Prozent in den ersten zehn Monaten des Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, berichtete der Bundesverband der Betriebskrankenkassen (BKK) am Dienstag in Berlin unter Berufung auf die 6,6 Millionen BKK-Versicherten. Der Trend ist auch bei allen gesetzlich Versicherten deutlich: Bis Oktober stieg der monatliche Krankenstand von rund 3,0 auf rund 3,2 Prozent. Die Unterschiede rühren von einer anderen statistischen Methode her. “Die Menschen gehen später in Rente, und für viele wird die tägliche Arbeit immer stressiger. Dies könnten zwei Gründe dafür sein, dass erstmals seit über zehn Jahren der Krankenstand in Deutschland wieder ansteigt”, sagte Florian Lanz, Sprecher des BKK Bundesverbandes, der Deutschen Presse-Agentur dpa. Auch war der Angst vor Arbeitsplatzverlust bei schwacher Konjunktur in der Vergangenheit immer wieder als Grund für rückläufige Krankenstände genannt worden.
2006 gab es mit im Schnitt 12,4 Krankheitstagen im Jahr noch den geringsten Stand seit 1976. Die meisten Ausfälle werden durch Muskel- und Skeletterkrankungen (26,5 Prozent), Verletzungen (15,7 Prozent) und Atemwegserkrankungen (15 Prozent) verursacht. Hier gibt es seit Jahren Rückgänge. Psychische Störungen nehmen hingegen hierbei von Jahr zu Jahr zu - ihr Anteil am Krankenstand beträgt inzwischen 8,9 Prozent. Vor gut 30 Jahren zu Beginn der Statistik - lag dieser Anteil bei 2 Prozent. Langzeitfälle mit über sechswöchiger Krankheitsdauer verursachen 42 Prozent aller Krankentage, obwohl sie nur 4 Prozent der Fälle ausmachen. Mit über zwei psychisch ausgelösten Krankheitstagen sind Sozialarbeiter, Telefonisten sowie Helfer in der Krankenpflege im Mittel doppelt so hoch belastet wir die Beschäftigten insgesamt. Berufsgruppen mit hoher Qualifikation und traditionell niedrigen Krankheitsausfällen verzeichneten neuerdings wieder steigende Ausfalltage, wie der BKK-Verband weiter berichtete.

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