Der Anteil der Gesundheitsausgaben am Bruttoinlandsprodukt könnte bis 2015 zwölf, bis 2050 sogar zwanzig Prozent erreichen, sagte der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Norbert Walter, am Dienstag in Frankfurt. Derzeit liegt der Anteil bei knapp elf Prozent, 1970 betrug er erst sechs Prozent. Wachstumsmotoren sind die höhere Lebenserwartung der Deutschen, der medizinische Fortschritt sowie das zunehmende Gesundheitsbewusstsein der Bevölkerung. Walters Fazit: “Der Gesundheitssektor ist auf Expansionskurs, aber die Gesundheitspolitik bremst die Nutzung der Potenziale.”
Die Mitarbeiter in Heilberufen müssen sich der Studie zufolge keine Sorgen um ihre Zukunft machen. Entgegen der Warnungen der Ärzte-Lobby werde die Zahl der niedergelassenen Ärzte in Deutschland weiter steigen, wenn auch langsamer als bisher. Einen Ärztemangel sieht die Deutsche Bank weder heute noch in Zukunft: In Deutschland gebe es - trotz Lücken in Ostdeutschland - etwa 20 Prozent mehr praktizierende Ärzte als in vergleichbar reichen Ländern. Der Prognose zufolge wird die Zahl der Ärzte bis 2015 jährlich um ein weiteres Prozent wachsen und damit etwa halb so stark wie im Durchschnitt der vergangenen Jahre.
Als wichtigsten Trend sieht die Studie den Zusammenschluss zu Medizinischen Versorgungszentren und Praxisgemeinschaften. Der Patient bekommt dort alles aus einer Hand, Geräte müssen nur einmal angeschafft werden, das wirtschaftliche Risiko verteilt sich auf mehrere Schultern. Drohende Einsparungen im Gesundheitswesen werden Walter zufolge aufgefangen durch die wachsende Bereitschaft der Bürger, selbst in ihre Gesundheit zu investieren. Mit Wellness- Angeboten würden Jahr für Jahr fünf Prozent mehr umgesetzt, aber auch Präventionsangebote, Lifestyle-Drogen und Schönheits-Operationen schafften neue Märkte. Mit speziellen Beratungsangeboten für Mediziner will die Deutsche Bank ihre Kundenzahl bei den Heilberufen bis 2010 auf 60 000 verdoppeln.

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Die Deutschen werden in den nächsten Jahren immer mehr Geld für ihre Gesundheit ausgeben, ein Ärztemangel ist einer Studie der Deutschen Bank zufolge nicht in Sicht.
dpa
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