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Krankenkassen

Gesundheitsakten erstmals mit einheitlicher Schnittstelle zu Klinikkonzern

Dr. Eibo Krahmer, Geschäftsführer Finanzmanagement, Infrastruktur und Digitalisierung der Vivantes: "Die gemeinsame Lösung zeigt, dass die Anbindung an Gesundheitsaktensysteme auf Basis des internationalen IHE-Standards mit einer einheitlichen Schnittstelle möglich ist. Damit werden Sorgen über einen ,Flickenteppich', der Leistungserbringer und Patienten zu aufwendigen Mehrfachlösungen zwingt, überflüssig. Vivantes sieht das Projekt als einen Beitrag auf dem Weg zur zügigen Schaffung einer deutschlandweiten, auf internationalen und offenen Standards beruhenden Gesundheitsaktenarchitektur. Es ist an der Zeit, die in Deutschland bestehenden, unter großen Anstrengungen datenschutzkonform entwickelten Lösungen zusammenzubringen und einfach zu nutzen."

Hintergrundinformationen

Elektronische Patientenakten bieten einen Ansatz für einen strukturierten Informationsaustausch. Allerdings fehlt es bisher an einer Infrastruktur zur Datenhaltung und Vernetzung, die alle Beteiligten im Gesundheitswesen berücksichtigt und eine sichere Übertragung, Zusammenführung und Speicherung der Daten ermöglicht.

Bei der Vernetzung müssen nach Überzeugung der Partner AOK, TK und Vivantes die Versicherten im Mittelpunkt stehen: Sie müssen Zugriff auf ihre Daten haben und entscheiden, wer darauf zugreifen darf. Indem Patientendaten schnell und sicher zwischen den behandelnden Ärzten ausgetauscht werden, können belastende Doppeluntersuchungen vermieden und Wechselwirkungen von Arzneimitteln frühzeitig erkannt werden.

Um den Datenaustausch im Gesundheitswesen voranzubringen, haben die AOK mit dem "Digitalen Gesundheitsnetzwerk" und die Techniker Krankenkasse mit "TK-Safe" bereits Gesundheitsakten gestartet. Das "Digitale Gesundheitsnetzwerk" der AOK wird in den Regionen Mecklenburg-Vorpommern mit dem Ärztenetz "Haffnet" und den AMEOS-Kliniken sowie in Berlin mit den Klinikträgern Vivantes und Sana eingesetzt. Die TK hat die elektronische Gesundheitsakte TK-Safe gemeinsam mit IBM Deutschland im April 2018 im bundesweiten Test-betrieb gestartet. Derzeit nehmen bereits mehr als 70.000 Nutzer teil, die bereits heute ihre Patientenhistorie aus Kassendaten direkt abrufen und Entlassberichte aus 17 Kliniken bundesweit herunterladen können. Der größte kommunale Klinikkonzern Vivantes arbeitet beim Aufbau der Vernetzung sowohl mit der AOK als auch mit der TK zusammen.

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