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Mecklenburg-Vorpommern

Landesregierung dringt auf breitere Anwendung der Telemedizin

„Ferndiagnose ersetzt keinen Arztbesuch"

Auch der Linke-Abgeordnete Torsten Koplin warnte die Koalition davor, die Selbstverwaltung der Mediziner zu missachten und Druck auf die Ärzteschaft auszuüben. „Die Ferndiagnose und Fernbehandlung kann im Einzelfall sinnvoll sein und sollte deshalb auch möglich sein, kann aber den Arztbesuch nicht ersetzen. Außerdem müssen vorher unter anderem rechtliche Fragen und die Finanzierung geklärt werden”, sagte Koplin. Der Linken-Vorstoß, den Antrag der Koalitionsfraktionen in den zuständigen Ausschüssen weiter zu beraten, fand keine Mehrheit.

In dem mit den Stimmen von SPD und CDU verabschiedeten Antrag wird die Landesregierung aufgefordert, in Gesprächen mit der Ärztekammer darauf hinzuwirken, ihre Berufsordnung zu ändern. Damit sollen künftig auch im Nordosten schon beim Erstkontakt zwischen Patient und Arzt Beratung und Behandlung über Internet und Telefon erlaubt werden. „Im Kern geht es darum, dass nützliche und notwendige Entwicklungen bei uns im Land ermöglicht werden.

„Ich begreife die Digitalisierung des Gesundheitswesens dabei als Chance und als einen von vielen Wegen, um die grundlegende medizinische Versorgung sicherzustellen und zu verbessern”, zitierte Caffier aus der Rede Glawes. Die Fernbehandlung solle und könne aber keinesfalls zum Regelfall werden.

Krankenkassen stimmen zu

Die Forderung aus dem Landtag fand Zustimmung auch bei Krankenkassen. „Das so genannte Fernbehandlungsverbot ist einfach nicht mehr zeitgemäß”, erklärt Manon Austenat-Wied, Landesvertretungsleiterin der Techniker Krankenkasse in Mecklenburg-Vorpommern. Es schränke die Kassen ein, mit weiteren Angeboten die Versorgungsprobleme in der ländlichen Region zu beseitigen. Vor allem ältere und mobil eingeschränkte Menschen könnten von einer Fernbehandlung profitieren, da ihnen weite Wege in die Praxis erspart blieben.

Die Nachbarländer Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein seien in der Frage weiter. „Ich fordere die Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern auf, ebenso zu entscheiden”, so Austenat-Wied.

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