
Roboter im OP-Saal: für viele noch Zukunftsmusik, für Chirurg:innen wie Prof. Bernhard Meyer längst Alltag. Der Direktor der Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie am TUM Klinikum in München ist Experte für Wirbelsäulen- und Schädelbasischirurgie. Er und sein Team führen jedes Jahr über 4.500 kraniale und spinale Eingriffe durch, von degenerativen Wirbelsäulenerkrankungen bis zur Tumorresektion. Präzision und Sicherheit haben oberste Priorität – immer mit dem Ziel, die Patientenversorgung kontinuierlich zu verbessern.
TUM Klinikum setzt auf Robotic Suite
Dafür arbeitet das TUM Klinikum mit der Robotic Suite von Brainlab. Sie besteht aus dem mobilen Bildgebungsroboter Loop-X®, dem Curve® Navigation System und dem Roboterarm Cirq®. Alle Produkte sind in eine software-gestützte Infrastruktur eingebettet, mit der sich auch vor- und nachgelagerte Prozessschritte steuern lassen.
Der Bildgebungsroboter Loop-X® liefert 3D-Röntgenbilder und positioniert sich auf Knopfdruck eigenständig. Seine Aufnahmen fließen in das Curve® Navigation System ein. Damit kann das OP-Team anhand aktueller Bild- und Patientendaten und den vorgeplanten Daten navigieren, den OP-Fortschritt fortlaufend überprüfen und bei Bedarf korrigierend eingreifen. Dies senkt das Fehlerrisiko. Eine Software zur Planung spinaler Eingriffe ermöglicht es dem Team, die Trajektorien für Schrauben sowie alle anderen notwendigen Implantate zu planen.
Am Ende der Prozesskette steht der Roboterarm Cirq®. Am OP-Tisch installiert, wird er zunächst grob positioniert und fährt anschließend automatisiert die geplante Zielposition an. Auf diese Weise unterstützt er die Chirurg:innen dabei, Instrumente genau auszurichten.
Als Plattformlösung erlaubt es die Robotic Suite, Implantate und Instrumente verschiedener Hersteller einzubinden. So können Anwender:innen die Option wählen, die für den jeweiligen Patienten am besten geeignet ist.
Robotik als Teil des Workflows verstehen
Durch diese ganzheitliche Ausrichtung trägt die Robotic Suite dazu bei, Sicherheit und Präzision chirurgischer Eingriffe zu erhöhen, individuell abgestimmt auf den einzelnen Patienten. Voraussetzung dafür ist das nahtlose Ineinandergreifen aller Schritte von Planung über Bildgebung bis Navigation: Nur wenn Robotik als integraler Bestandteil des chirurgischen Workflows verstanden wird, kann sie die Patientenversorgung nachhaltig verbessern.

Prof. Meyer sagt: „Schon heute leistet Robotik im OP wertvolle Unterstützung. Um das volle Potenzial robotischer Systeme auszuschöpfen, sollten Kliniken zunächst Navigation, Bildgebung und OP-Abläufe gezielt optimieren – und dann im nächsten Schritt durch Robotik erweitern.“
Orientierung bietet das Prinzip der „Marginal Gains“ bzw. „Every step matters“, bekannt aus dem Profiradsport: Ein Prozess erzielt nur dann einen substanziellen Qualitätsgewinn, wenn alle Teilschritte verbessert werden. 1*

Übertragen auf die Medizin bedeutet das: Echte High-Performance-Chirurgie ist das Ergebnis vieler kleiner Anpassungen an jeder Stellschraube des Arbeitsablaufs. In Summe heben sie die Patientenbehandlung auf ein neues Niveau.
Mit der Robotic Suite stehen Chirurg:innen wie Prof. Meyer nicht nur ein robotischer Arm und ein Bildgebungsroboter zur Verfügung, sondern eine software-gestützte Plattformlösung, die jedes Detail des Arbeitsablaufs in den Blick nimmt. Dies kann Behandlungserfolge ermöglichen, die vor wenigen Jahren noch in weiter Ferne lagen.

