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DatendiebstahlErpressung Urologischer Klinik München Planegg nach Cyber-Attacke

Laut Süddeutscher Zeitung wurde die Urologische Klinik München Planegg im Januar 2021 Opfer einer Cyber-Attacke. Kriminelle sollen sich Zugang zu sensiblen Patientendaten verschafft und die Klinik erpresst haben.

Ransomware Attack
Rawf8/stock.adobe.com

Symbolfoto

Mitte Januar 2021 soll ein Hackerangriff auf die Urologische Klinik München Planegg (UKMP) verübt worden sein, berichtet die Süddeutsche Zeitung am heutigen Montag. Dabei sollen Daten von Patientinnen und Patienten in die Hände von Kriminellen geraten sein. Die Tageszeitung bezieht sich auf ein Schreiben der Klinik, das im Februar zur Information an Betroffene des Datendiebstahls verschickt wurde.

Während sich die UKMP offiziell noch nicht zu dem Fall äußerte, bestätigte die Generalstaatsanwaltschaft Bamberg die Attacke. Die Behörde habe bereits die Ermittlungen aufgenommen. Zuständig sei die Zentralstelle Cybercrime Bayern (ZCB), die nur bei besonderen Fällen der Netz-Kriminalität eingeschaltet werde. Details über die Angreifer sind noch nicht bekannt. Derzeit ermittle die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts auf versuchte Erpressung gegen Unbekannt. 

Scheinbar keine Zahlung von Lösegeld

Die Hacker sollen mittels sogenannter „Ransomware“ in das IT-System der Klinik eingedrungen sein. Mit dieser Art der Schadsoftware werden Dateien verschlüsselt, sodass sie für Nutzerinnen und Nutzer nicht mehr zugänglich sind. Anschließend erheben Hacker häufig Lösegeldforderungen, um die Dateien wieder freizugeben. 

Nach allem, was bisher bekannt ist, haben auch die Hacker im Fall der UKMP Erpressungsversuche unternommen. Möglicherweise seien zudem noch andere Münchner Institutionen betroffen, hieß es von Seiten der Staatsanwaltschaft. Über die Höhe der Forderungen sei aktuell noch nichts bekannt. Offenbar ist aber kein Lösegeld bezahlt worden, da bisher lediglich Ermittlungen wegen versuchter Erpressung durchgeführt werden.

IT-Sicherheitsunternehmen beauftragt

Die Planegger Klinik versicherte ihren Patientinnen und Patienten inzwischen, dass auch das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht informiert bereits worden sei. Außerdem habe man ein IT-Sicherheitsunternehmen damit beauftragt, die Hacker-Attacke zu analysieren. Generell müsse davon ausgegangen werden, dass bei dem Angriff sensible medizinische und personenbezogene Daten in fremde Hände gelangt seien.

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