Laut "Spiegel" untersuchen Polizei und Staatsanwaltschaft derzeit schillernde Vorwürfe. So sollen Pfleger einem Patienten auf der Intensivstation die absterbenden Gliedmaßen mit weißen Binden umwickelt haben. Ein leitender Arzt habe den Schwerkranken "unseren Stations-Ramses" genannt, berichtet das Magazin. In einem anderen Fall sei eine Frau wiederbelebt worden, obwohl diese eine Patientenverfügung verfasst hatte, in der sie keine lebensverlängernden Maßnahmen wünschte. In einem Brief an den Vater teilt das Klinikum mit, man sei "unsicher" gewesen wegen der Kürze der Patientenverfügung, heißt es in dem Bericht.
Ermittlungen laufen seit August 2014
Im Kern sind die Vorwürfe nicht neu. Bereits im vergangenen August wurden schwere Anschuldigungen laut, das Klinikum habe mit medizinisch überflüssigen Behandlungen Kasse gemacht, darunter mit unnötigen Beatmungen. Zudem laufen immer noch Ermittlungen wegen mutmaßlicher Fehler im Kreißsaal des Krankenhauses. Dort sollen drei Babys falsch behandelt worden sein. Folge: Diese trugen dauerhafte Schäden davon, ein Säugling soll sogar gestorben sein. Angesichts der Schwere der Vorwürfe hatte der Aufsichtsrat Geschäftsführer Roland Ranftl "mit sofortiger Wirkung" freigestellt und drei Kommissionen eingesetzt, die die Vorwürfe aufklären sollen. Bis Ende März will das Klinikum den Bericht der Beatmungskommssion dem Aufsichtsrat vorlegen, wie Interimsgeschäftsführer Joachim Haun dem Bayerischen Rundfunk sagte.
Doch schon jetzt werden Details an die Öffentlichkeit lanciert. So berichtet der "Spiegel" in seiner jüngsten Ausgabe von einem Sondervotum eines Chefarztes für den Bericht der Beatmungskommssion. Während der eigentliche Bericht von keinen Hinweisen auf überflüssige Beatmungen sprechen würde, sei der Chefarzt zu ganz anderen Einschätzungen gekommen - und berief sich dabei auf Aussagen des Pflegepersonals. Dannach sollen wiederholt Patienten ohne Überlebenschance mindestens 24 Stunden weiter künstlich beatmet worden sein, um entsprechende Beatmungskosten in Rechnung stellen zu können. Die Klinik selbst will sich zu den konkreten Vorwürfen erst dann äußern, wenn die Berichte der Kommissionen vorliegen.


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