Am Mittwoch will der Aufsichtsrat der Städtischen Klinikum GmbH die außerordentlichen Kündigungen von Klinikchef Manfred Greiner, Planungsgeschäftsführer Reinhard Fuß und Personalchef Bruno Wirnitzer beschließen, am Freitag sollen sie formal ausgesprochen werden. Damit wird der vierköpfige Vorstand fast komplett gefeuert.
Vergangene Woche war bekannt geworden, dass Operationsbestecke nicht ausreichend gesäubert und Bestecksätze falsch zusammengepackt worden waren. Deshalb ruht der Operationsbetrieb in Bogenhausen und Neuperlach. Sachverständige sollen das sichergestellte Material auswerten. Bereits am Freitag haben sich ehemaligen Patienten bei der Staatsanwaltschaft gemeldet und angegeben, sie hätten nach den Eingriffen unter Infektionen gelitten. Zur Zahl der Beschwerden konnte die Staatsanwaltschaft noch nichts sagen.
Die Ermittlungen konzentrieren sich darauf, welcher Verantwortliche was zu welchem Zeitpunkt über die Mängel in der Sterilgutaufbereitung wusste. Es wird untersucht, ob Zuständige aus Überforderung oder Unfähigkeit nicht reagierten, als im Mai ein Gutachten auf die Probleme hingewiesen hatte - oder ob Manager oder Ärzte absichtlich die Mängel verschwiegen.
Unstrittig ist die Kündigung für Planungsgeschäftsführer Reinhard Fuß, in dessen Verantwortung der Hygiene-Skandal fällt. Er habe auch versucht, ein Gutachten zu verhindern, schreibt die Münchener "Abendzeitung". Klinikchef Manfred Greiner (SPD) soll gehen, weil er die Gesamtverantwortung trägt. Er soll schon vor August 2009 von Ärzten von den Problemen erfahren haben.


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