
Am Dienstag berichtete das "Handelsblatt" über die Stellungnahme der Bundesregierung, die auch der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. In den Monaten März bis Mai 2020 hätten demnach bundesweit gut 1200 Krankenhäuser und knapp 48 300 Arzt- oder Zahnarztpraxen Kurzarbeit für insgesamt rund 410 000 Beschäftigte angemeldet. Unklar ist jedoch, wie viele dieser Menschen tatsächlich in Kurzarbeit gegangen sind. Erfahrungsgemäß falle diese Zahl niedriger aus, heißt es in dem Schreiben, genaue Angaben erwarte die Bundesregierung aber erst in einigen Monaten.
Persönlicher Kontakt zwischen Arzt und Patient deutlich zurückgegangen
Bund und Länder hatten die Krankenhäuser Mitte März aufgefordert, alle planbaren OPs und Aufnahmen auszusetzen. Dies sollte vor allem in Intensivstationen vorsorglich freie Betten für Corona-Patienten schaffen. Angesichts der langsameren Virus-Ausbreitung rief die Politik im April dann dazu auf, schrittweise wieder mehr OPs und andere wichtige Behandlungen aufzunehmen. Hintergrund waren auch Sorgen, dass Patienten sonstige Behandlungen aufschieben.
In der bisherigen Hochphase der Corona-Pandemie gingen auch deutlich weniger Patienten in Arztpraxen. Nach Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung vom Montag lag die Zahl der Fälle mit persönlichem Kontakt zwischen Arzt und Patient in der letzten Märzwoche je nach Fachrichtung um 37 bis 64 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor.
Viel Kurzarbeit trotz Ausgleichszahlungen
Das in der Corona-Krise verabschiedete Krankenhausentlastungsgesetz sieht Zahlungen für frei gehaltene Betten und zusätzlich geschaffene Intensivbetten vor. Niedergelassene Ärzte können Ausgleichszahlungen bei großen Umsatzeinbrüchen erhalten.
Die Grünen-Gesundheitspolitikerin Kirsten Kappert-Gonther sagte dem "Handelsblatt", angesichts der versprochenen Ausgleichszahlungen sei es überraschend, dass doch für so viele Beschäftigte aus dem Gesundheitswesen Kurzarbeit angemeldet worden sei. "Es war richtig, sehr schnell einen Schutzschirm für Krankenhäuser und ärztliche Praxen aufzuspannen." Nun müsse dieser Schutzschirm aber gründlich evaluiert werden, forderte sie.





Derzeit sind noch keine Kommentare vorhanden. Schreiben Sie den ersten Kommentar!
Jetzt einloggen