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Arbeitgeber Krankenhaus

Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist entscheidender Faktor für angehende Ärzte

Massiver Interessensverlust an der Chirurgie

„Die erfreuliche Trendwende im Interesse an der Allgemeinmedizin zeigt, dass sich das Engagement und die Bereitschaft zur Veränderung lohnen. Primär chirurgische Fachgebiete müssen schnellstmöglich die gelebte und vermittelte Arbeitskultur und die Arbeitsbedingungen überdenken, um den starken Attraktivitätsverlust abzupuffern. Der massive Interessensverlust an der Chirurgie verdeutlicht, dass die von der Politik gelebte Praxis der quantitativen Aufwertung von Fachgebieten im Medizinstudium in keinster Weise ein Erfolgsgarant für mehr ärztliche Versorgung darstellt“, so Peter Jan Chabiera, Vizepräsident 2018 der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd).  

Zum Thema Digitalisierung ergibt die Befragung ein geschlossenes Bild. Verbesserungen erhoffen sich die Studierenden demnach bei der Diagnose, Arbeitsorganisation und Behandlung. Sie befürchten jedoch eine Verschlechterung der Arzt-Patienten-Kommunikation und im Vertrauensverhältnis. „Die Studie hat auch gezeigt, dass Studierende sich hinsichtlich der Digitalisierung der medizinischen Versorgung bisher wenig auf die Zukunft vorbereitet fühlen. Der Medizinische Fakultätentag (MFT) hat bereits bei der Veröffentlichung des Masterplans Medizinstudium 2020 darauf hingewiesen, dass das Thema Digitalisierung im Masterplan von der Politik bedauerlicherweise keine Beachtung gefunden hat. Bei der Weiterentwicklung des Nationalen Kompetenzbasierten Lernzielkatalogs in der Medizin (NKLM) wird das Thema daher in Bezug auf alle Rollen, die ein Arzt zukünftig einnehmen wird, Eingang finden“, kommentierte Dr. Frank Wissing, Generalsekretär des MFT.

Akzeptanz für qualifizierte medizinische Assistenten ist gestiegen

Ein weiteres Ergebnis des Berufsmonitorings zeigt: Die Akzeptanz für die Delegation von ärztlichen Aufgaben an entsprechend qualifizierte Arztassistenten, Pflegekräfte oder Medizinische Fachangestellte ist im Vergleich zu den Vorjahren gestiegen (um 17,6 Prozentpunkte). „Die interprofessionelle Versorgung wird zentraler Bestandteil der Versorgung der Zukunft sein. Wir sehen die dringende Notwendigkeit, diese Diskussionen gemeinsam bereits früh zu beginnen. Daher muss die interprofessionelle Ausbildung bereits integraler Bestandteil des Medizinstudiums sein“, kommentierte Jana Aulenkamp, Präsidentin 2018 der bvmd.  

Das Berufsmonitoring Medizinstudierende ist eine bundesweite Online-Befragung, welche die Universität Trier seit 2010 alle vier Jahre im Auftrag der KBV in Kooperation mit dem MFT und der bvmd durchführt. „Das Berufsmonitoring hat sich als viel beachteter Standard zur Dauerbeobachtung der Wünsche, Bewertungen und Erwartungen des ärztlichen Nachwuchses etabliert“, so Prof. Rüdiger Jacob, Akademischer Direktor im Fach Soziologie der Universität Trier. Die aktuelle, dritte Befragung fand von Mitte Juni bis Mitte Juli 2018 statt. Angaben machten gut 13.000 Befragte, was rund 15 Prozent aller Medizinstudierenden entspricht.

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