Epidemie

Cholera in Simbabwe breitet sich immer schneller aus

Trotz der Bemühungen humanitärer Organisationen breitet sich die Cholera in Simbabwe immer rascher aus.

Die Zahl der Toten liege bei 2106, erkrankt an der Seuche seien 40.448 Menschen, teilten die Vereinten Nationen am Mittwoch mit. Erst am Dienstag hatten die UN von 2.024 Toten gesprochen. 39.806 seien seit Ende August erkrankt, hieß es. In nur 24 Stunden stieg die Zahl der Toten somit um 82 Menschen, die der Erkrankten um mehr als 600. Auch eine Ausbildungsfarm der SOS-Kinderdörfer ist betroffen. 22 Mitarbeiter und Bewohner der SOS Maizelands Farm bei Bindura erkrankten und wurden medizinisch versorgt, teilte die Organisation mit.

Auch in der an Simbabwe angrenzenden südafrikanischen Limpopo- Provinz stieg die Zahl der Cholera-Kranken innerhalb von 24 Stunden rapide an. In Südafrika starben bisher mindestens 15 Menschen an der gefährlichen Durchfallerkrankung, in Sambia 28 und in dem von schweren Überschwemmungen geplagten Mosambik 71. Mehrere tausend weitere Menschen gelten als infiziert. Die Überschwemmungen in Mosambik drohen nun zudem, eine der wichtigsten Versorgungsachsen des Binnenstaates Simbabwe abzuschneiden. Die Nationalstraße vom mosambikanischen Hafen Beira steht in weiten Teilen bereits unter Wasser. Das durch sintflutartige Regenfälle verursachte Hochwasser hat bisher mindestens 25 Menschenleben gekostet.

Unter dem Druck der immer schneller um sich greifenden Cholera versucht Simbabwes Regierung, die seit vier Monaten streikenden Ärzte und Krankenschwestern mit dem Versprechen einer Bezahlung in Devisen wieder zur Arbeit zu locken. Die Staatszeitung "The Herald" zitierte am Mittwoch ein Rundschreiben der Behörden, wonach der in Genf ansässige Global Fund sowie andere internationale Organisationen der Regierung bei der Bezahlung der Gehälter helfen würden. Der Streik hatte trotz der Cholera-Epidemie zur Schließung aller öffentlichen Krankenhäuser geführt. Die Ärzte und Schwestern hatten zum Wochenbeginn ein Angebot der Regierung ausgeschlagen, das ihnen monatliche Bezahlungen zwischen 50 und 240 US-Dollar anbot.

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