Der Pharmakritiker steht seit längerem bei Arzneimittelherstellern in der Kritik, während Ärzte und andere Gesundheitsexperten seine Verdienste um die Bewertung von Medikamenten loben. Mit der Anschaffung zweier Leasing-Autos als Dienstwagen durch Sawicki lägen Verstöße gegen seinen Dienstvertrag vor, heißt es im Entwurf eines Prüfberichts der BDO Deutsche Warentreuhand, der der Deutschen Presse-Agentur dpa am Montag in Berlin vorlag. An diesem Mittwoch soll über seine Zukunft entschieden werden.
So habe Sawicki und bei den Verhandlungen zu seinem Vertrag zwar ein Fahrzeug für Dienst- und Privatfahrten zugebilligt bekommen. Allerdings hätten sich Sawicki und die Vorstandsmitglieder der Institutsstiftung dafür entschieden, dass Sawicki seinen Privatwagen weiternutzt, so der Bericht, aus dem zunächst die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtete. Der Vorstand hat die Aufsicht über das in öffentlichem Auftrag agierende Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).
Dann habe Sawicki aber zwei Fahrzeuge geleast. "Hierfür wäre aber eine Rücksprache mit dem Vorstand notwendig gewesen", so die Prüfer. Höhere Kosten von 40 600 Euro im Vergleich zur ursprünglichen Dienstwagen-Absprache seien angefallen, allerdings lassen die Prüfer offen, ob man von einem Schaden für das Institut sprechen kann.
An diesem Mittwoch will der Vorstand darüber entscheiden, ob Sawickis Vertrag verlängert wird. Eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums ließ offen, wie Staatssekretär Stefan Kapferer, der das Ministerium in dem Vorstand vertritt, abstimmen werde. Der Diabetologe Sawicki leitet seit September 2004 das IQWiG. Die erste Vertragsverlängerung des Experten steht turnusgemäß an. Sein Vertrag läuft bis 31. August. In dem Vorstand sitzen zudem hochrangige Vertreter von Krankenkassen, Ärzten und Kliniken.
Das Institut trägt Studien zu Arzneimitteln zusammen. Auf Basis der IQWiG-Berichte können Medikamente ohne ausreichenden Nutzennachweis von der Kostenerstattung der Kassen gestrichen werden.
Eine Sprecherin des IQWiG wollte zunächst keine Stellung zu den Vorwürfen nehmen, weil zwischen den Vorstandsmitgliedern und Sawicki Vertraulichkeit über den Prüfbericht vereinbart worden sei. Berichte über einen Schaden für das Institut seien aber falsch.


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