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Gehaltsaffäre DRK Schwesternschaft BerlinHälfte des Vorstands wirft das Handtuch

Die Gehaltsaffäre der DRK Schwesternschaft Berlin hat im geschäftsführenden Vorstand zu ersten personellen Konsequenzen geführt. Während einer Informationsveranstaltung der Schwesternschaft wurde bekannt, dass die Hälfte des sechsköpfigen Gremiums ihre Posten zur Verfügung stellt: Der stellvertretende Vorsitzende Peter Michael Kupsch, Schatzmeister Milos Stefanovic und Juristen Heike Ruge-Mydlak.

Schatzmeister Milos Stefanovic, im Hauptberuf Geschäftsführer der Bürgschaftsbank Berlin-Brandenburg, und der Berliner Anwalt und Notar Peter Michael Kupsch waren in den Fokus der Öffentlichkeit geraten. Sie hatten als Mitglieder der Gesellschafterversammlung hohe Gehaltszahlungen und/oder Sonderzahlungen an die frühere Oberin mitgetragen. Heidi Schäfer-Frischmann war 16 Jahre Oberin der Berliner DRK Schwesternschaft und verdiente nach jetzt bekannt gewordenen Unterlagen jährlich bis zu 540.000 Euro.

Keine Mitgliedsbeiträge abgeführt
Nach dem Bericht des rbb Fernsehmagazins "Klartext", das die hohen Gehaltszahlungen aufdeckte, kommen weitere Ungereimtheiten ans Licht der Öffentlichkeit. Während der Informationsveranstaltung der Schwesternschaft wurden Gerüchte bestätigt, nach denen die frühere Oberin Heidi Schäfer-Frischmann über einen langen Zeitraum keine Mitgliedsbeiträge an die Schwesternschaft abgeführt hat. Grundlage soll eine "Vereinbarung" gewesen sein.

Damit war Schäfer-Frischmann als Oberin besser gestellt als die übrigen Mitglieder des gemeinnützigen Vereins. Diese müssen zwei Prozent ihres Bruttogehalts als Mitgliedsbeitrags an die Schwesternschaft abführen, bei einem Bruttogehalt von beispielsweise 30.000 Euro jährlich immerhin 600 Euro.

Im Internet ist Oberin noch Aufsichtsratsvorsitzende
Schäfer-Frischmann hatte ihren Vorsitz im Aufsichtsrat der DRK Kliniken zum 31. März "aus persönlichen Gründen" zur Verfügung gestellt. Auf der Internetseite der DRK Kliniken wurde die Oberin im Ruhestand zum Zeitpunkt der Informationsveranstaltung noch als Vorsitzende des Aufsichtsrates geführt, obwohl Rechtsanwältin Heike Ruge-Mydlak diesen Posten vor sechs Wochen übernommen hat.

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