Urteil in Frankreich sorgt für Aufsehen

Patient tötet Doktoranden, sein Psychiater bekommt Haftstrafe

Ein Psychiater, dessen Patient aus dem Krankenhaus fliehen konnte und einen Doktoranden auf der Straße tötete, ist in Frankreich verurteilt worden.

Der inzwischen pensionierte Psychiater erhielt von einem Strafgericht in Grenoble wegen fahrlässiger Tötung eine Haftstraße von 18 Monaten, die auf Bewährung ausgesetzt wurde. Der Anwalt des Verurteilten, Jean-Yves Balestas, kündigte Berufung an. Das Urteil könnte dazu führen, dass geistig Kranke eingesperrt würden, weil Ärzte nicht mehr einen Ausgang verantworten wollten, sagte der Jurist. "Es gab Einigkeit, dass der Patient im Park der Klinik spazieren gehen durfte."

Vor acht Jahren sei der an Schizophrenie erkrankte Patient aus der Klinik geflohen. In Grenoble habe er sich ein Messer gekauft und damit auf der Straße den 26 Jahre alten Mann getötet. Das Gericht urteilte demnach, dass der Arzt den als gefährlich bekannten Patienten im Alter von damals 56 Jahren unangemessen betreute und die Krankenakte nicht gekannt habe. Der Patient lebte in einem Teil der Klinik, für den der Psychiater damals verantwortlich war.

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