An der Sonderkonferenz in Berlin nimmt auch EU-Verbraucherkommissar John Dalli teil. Das Robert-Koch-Institut und weitere Bundesbehörden wollen über den aktuellen Stand der Infektionswelle informieren, deren Quelle weiter unbekannt ist.
Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) wies vor dem Treffen Forderungen nach einer zentralen Stelle für die Gesamtkoordination zurück. "Das ist typisch deutsch: Es wird sofort wieder nach einer neuen Behörde, einer neuen Struktur gerufen", sagte Bahr im ARD-"Morgenmagazin". Er erinnerte daran, dass es eine solche Stelle - das Bundesgesundheitsamt - bereits gab. Dessen Zuständigkeiten wurden aber 1994 im Zusammenhang mit HIV-verseuchten Blutpräparaten 1994 aufgeteilt.
Nach den Worten von Bahr soll bei dem EHEC-Sondertreffen über Konsequenzen gesprochen werden. Für sofortige Änderungen sei es aber noch zu früh: "Auf dem Höhepunkt des Ausbruchs kann man jetzt noch nicht sagen, genau so muss es anders werden."
EU-Gesundheitskommissar Dalli forderte die deutschen Behörden bei der Suche nach der Quelle des EHEC-Erregers zu enger Zusammenarbeit mit ausländischen Experten auf. "Wir müssen auf die Erfahrung und die Expertise in ganz Europa und sogar außerhalb Europas setzen", sagte Dalli der Tageszeitung "Die Welt" (Mittwoch). EU-Kreise erwarteten, dass Deutschland Experten aus den USA und Japan hinzuzieht.


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