Wahlkampf

CSU fordert Neuorientierung in der Gesundheitspolitik

Die CSU hat eine Neuorientierung der Union in der Gesundheitspolitik gefordert.

"Die brauchen wir ganz dringend", sagte Bayerns Gesundheitsminister Markus Söder dem Berliner "Tagesspiegel am Sonntag". Beim Ringen um eine gemeinsame Lösung und gegen das "neosozialistische" Konzept der SPD habe die Union "leider an Strahlkraft verloren", sagte der CSU-Politiker. "Die Kopfpauschale war eine Sackgasse, die keine Akzeptanz beim Bürger fand." Um wieder Vertrauen bei Patienten und Ärzten zu gewinnen, sei eine "ernsthafte Alternative" zum Bürgerversicherungsmodell von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) vonnöten.

Söder kritisierte auch die gemeinsam beschlossenen Reformschritte. "Der Fonds hat uns ein bürokratisch-zentralistisches System beschert, das sich zusammen mit der Honorarreform in der Praxis als untauglich erweist", sagte er. Obwohl mehr Geld ins System gepumpt worden sei, gebe es bei Ärzten, Krankenkassen und Patienten nur Ärger und "tiefe Verunsicherung". Die neue Honorarverordnung für Ärzte müsse aufgehoben und Ausweitung medizinischer Versorgungszentren gestoppt werden. Andernfalls begebe sich Deutschland "immer mehr in die Hände von internationalen Medizin-Heuschrecken", sagte Söder. Er warnte vor "Medizin-Supermärkten, in denen der Patient nur noch als Nummer behandelt wird".

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