"Spätestens in zwei bis drei Jahren brauchen wir neue Strukturen", sagte der Greifswalder Professor. "Das bestehende System kann die Herausforderungen der Zukunft nicht lösen." Es sei unterfinanziert und könne bereits jetzt die flächendeckende Versorgung mit Hausärzten nicht mehr garantieren. "Wir brauchen weniger Marktwirtschaft und dafür mehr staatliche Verantwortung, Planung und Regulierung im System", sagte der Geschäftsführende Direktor des Instituts für Community Medicine an der Universität Greifswald.
Der Ärztemangel ist Hoffmanns Einschätzung zufolge nicht in erster Linie ein Ausbildungs-, sondern vorrangig ein Verteilungsproblem. Die marktwirtschaftlichen Elemente hätten zwar zu mehr Konkurrenz geführt, aber nicht dazu, eine flächendeckende Versorgung zu garantieren. "Die Struktur der Selbstverwaltung unterstützt den Status Quo und droht dadurch zum Innovationshemmnis zu werden", sagte er. Auch die Krankenkassen brauchten mehr Möglichkeiten zur aktiven Beteiligung an der Modernisierung des Gesundheitssystems.
Anstelle von Konkurrenz forderte Hoffmann ein Miteinander von Krankenhäusern und dem ambulanten System. In unterversorgten Regionen könnten Klinikärzte Lücken ausgleichen, indem sie in Teilzeit die ambulante Versorgung auf dem Lande unterstützen. Mehr Steuerung müsse es bei der Zulassung von niedergelassenen Ärzten geben. Dadurch ließen sich auch die Arbeitsbedingungen für Landärzte verbessern.


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