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Nordrhein-Westfalen

Krankenhaus in Winterberg haftet für Fenstersturz einer dementen Frau

Für den Sturz einer dementen Patientin aus einem Klinikfenster muss ein Krankenhaus in Nordrhein-Westfalen etwa 93.300 Euro Schadenersatz zahlen.

Foto: kma

Wie das Oberlandesgericht Hamm mitteilte, haben die Richter bereits mit Urteil vom 17. Januar entschieden, dass das Krankenhauspersonal das Fenster besser hätte sichern müssen und somit gegen seine Fürsorgepflichten verstoßen habe. Geklagt hatte die Krankenversicherung der verunglückten und später in einem Heim gestorbenen Patientin. Die demenzkranke Frau war nach Angaben des Gerichts 2011 nach einem Schwächeanfall ins Krankenhaus in Winterberg gekommen. Sie sei unruhig, aggressiv und verwirrt gewesen und habe versucht, wegzulaufen. Um dies zu verhindern, hätten die Krankenschwestern sogar die Tür des Zimmers von außen mit einem Bett versperrt - das Fenster jedoch ungesichert gelassen. Am dritten Tag kletterte die Frau diesen Angaben zufolge abends unbemerkt hinaus und stürzte fünf Meter in die Tiefe auf ein Vordach. Sie zog sich Rippen-, Wirbel-, sowie einen Becken- und Oberschenkelbruch zu.

Die Behandlungskosten müssen der Krankenversicherung nun erstattet werden. Das Verhalten der Patientin sei so unberechenbar gewesen, dass das Personal auch einen Fluchtversuch aus dem Fenster in Betracht habe ziehen müssen, begründeten die Richter.

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