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kma 9/2022Lektion gelernt?

Nach der Corona-Welle im Sommer ist das Klinikpersonal am Ende der Belastungsfähigkeit. „In den vorangegangenen beiden Sommern konnte sich das Personal erholen, weil die Zahlen niedrig waren. In diesem Jahr gab es bislang keine Verschnaufpause“, warnt Prof. Dr. Leif Erik Sander, Direktor der Klinik für Infektiologie an der Berliner Charité. In der Hochphase verzeichneten die Krankenhäuser mehr als doppelt so viele Corona-Patientinnen und -Patienten wie im vergangenen Jahr. Und die nächste Welle dürfte schon im Herbst anrollen.

Die September-Ausgabe der kma geht der Frage nach, ob die Kliniken dafür gerüstet sind und inwiefern die Gesundheitspolitik hier die richtigen Lehren aus den vergangenen 30 Monaten Pandemie gezogen hat. Wir erläutern, weshalb Länder, Bundesärztekammer und der DKG den neu vorgelegten Entwurf für ein überarbeitetes Infektionsschutzgesetzes massiv kritisieren und warum die seit März geltende einrichtungsbezogene Impfpflicht in Gesundheitseinrichtungen ohne große Wirkung zu verpuffen droht. Inwieweit das Urteil des Bundessozialgerichtes Kassel dem Outsourcing medizinischer Bereiche, die zum Versorgungsauftrag eines Krankenhauses gehören, Grenzen gesetzt hat, erfahren Sie im Beitrag von Birgitta vom Lehn. Und warum Deutschland in Sachen Hitzeschutz noch einiges aufzuholen hat, hat Aileen Hohnstein ausführlich behandelt.

kma Ausgabe 9/22
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Banger Blick auf den Herbst

Vom Durchschnaufen konnte in diesem Sommer keine Rede sein, die Corona-Sommerwelle strapazierte die Kliniken enorm. Und schon bald dürfte die Herbst-Welle vor der Tür stehen. Zweifel sind erlaubt, ob das Land nun endlich besser darauf vorbereitet ist. „Die Finanzsituation vieler Kliniken ist kritisch. Bundesgesundheitsminister Lauterbach muss endlich reagieren, sonst könnte es sein, dass die Versorgung im Herbst nicht mehr sichergestellt werden kann“, mahnt etwa Dr. Gerald Gaß, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krankenhausgesellschaft. Guntram Doelfs, Jens Kohrs und Romy König haben sich die Lage angeschaut.

Novelle mit vielen Fragezeichen

Nach langem Gezerre haben sich Anfang August Gesundheitsminister Prof. Karl Lauterbach und Justizminister Dr. Marco Buschmann auf ein neues Infektionsschutzgesetz geeinigt. Der Entwurf erntete schnell massive Kritik von den Ländern, der Bundesärztekammer und der DKG. Während viele vorgesehene Regelungen demnach „vage“ oder in der Praxis nicht umsetzbar seien, blieben Datenprobleme weiterhin ungelöst.

Impfpflicht verpufft ohne große Wirkung

Seit 16. März 2022 gilt die einrichtungsbezogene Impfpflicht in Gesundheitseinrichtungen. Seither müssen Kliniken sowie Alten- und Pflegeheime der jeweiligen Landesbehörde Auskunft über den Genesenen- und Impfstatus ihrer Beschäftigten geben. In der Umsetzung der Sanktionen der gehen die Bundesländer – wie so oft – unterschiedliche Wege. Konkrete Beschäftigungsverbote oder Strafen gibt es bislang kaum, stellt Alexandra Heeser in ihrem Beitrag fest.

Gesundheitsgefahr in Verzug

Klimaexperten gehen davon aus, dass in Zukunft Hitzeperioden häufiger auftreten werden. Jedes Jahr gibt es deshalb auch in hierzulande Forderungen nach besserem Hitzeschutz. Getan wird nach dem Sommer oft wenig. Das Ergebnis: In puncto Hitzeschutz hat Deutschland einiges aufzuholen. „Die Gefahr von Hitze für die Gesundheit wird allgemein in ihrer Ernsthaftigkeit noch nicht erkannt“, postuliert Dr. Eva Franziska Matthies-Wiesler, Wissenschaftlerin am Helmholtz Zentrum München und Vorstandsmitglied der Deutschen Allianz für Klimawandel und Gesundheit. Aileen Hohnstein hat sowohl Hitzeschutz- als auch Hitzeaktionspläne unter die Lupe genommen.

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