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kma Umfrage zur Krankenhaus-IT der Zukunft

Teil 1: Die Einbindung des Patienten wird zum Standard

Als vor zehn Jahren die conhIT startete, steckte die Gesundheits-IT noch in den Kinderschuhen. Einiges hat sich seitdem zwar getan, doch die Digitalisierung nimmt erst jetzt richtig Fahrt auf. Die Zukunft könnte also spannend werden. Nur wie wird die IT-Welt der Krankenhäuser in zehn Jahren tatsächlich aussehen?

Krankenhaus-IT der Zukunft

Foto: kma Montage

Wir baten zum conhIT-Jubiläum Führungskräfte aus Unternehmen und Kliniken um einen Blick in die Kristallkugel.

Henning Schneider, Leiter Konzernbereich Informationstechnologie, Asklepios Kliniken Gruppe:
 „Während fast 70 Prozent der Deutschen ein Smartphone angeschafft haben und täglich digitale Inhalte abrufen und Online-Banking betreiben, ist der digitale Wandel am Gesundheitssystem vorbeigelaufen. Die Prognose, wie IT im Krankenhaus zukünftig aussehen könnte, ist heute fast die gleiche wie vor zehn Jahren. Ich glaube, dass ein Fortschritt durch das Engagement und die Einbindung von bereits digital vernetzten Patienten erfolgen wird. Terminbuchungen und Aufnahmen sowie der Austausch von Patientendaten werden digital ablaufen. Behandlungsabläufe werden sich anpassen müssen und transparenter und einheitlicher werden. Dies wird die Digitalisierung erleichtern. Die direkte Kommunikation mit dem Patienten wird dann neue Forschungsdatenbanken auch unter hohen Datenschutzanforderungen ermöglichen.“

 

Ingo Behrendt, Vorstandsvorsitzender, Nexus AG:
„Einfacher! Mobiler! Automatisierter! Vernetzter! Wir werden in den nächsten Jahren erleben, dass sich die Investitionen der KIS-Anbieter auf eine starke Vereinfachung der Funktionen und Architekturen konzentriert. Anwender und IT-Betreuer bestehen auf einfache und mobile Systeme, die keine lange Einarbeitung benötigen. Sie bestehen gleichzeitig auf eine zunehmende Entlastung (Automatisierung) und Unterstützung bei Dokumentationen und Befundungen. KIS-Systeme werden Anwender mehr und mehr Hilfestellungen durch KI bereitstellen. Und dies in einer zunehmend vernetzten Welt: Die Notwendigkeit, mit knappen Personalressourcen und steigender Nachfrage umzugehen, wird die Vernetzung zwischen den Leistungserbringern fördern. Unsere Systeme werden diese Vernetzung ermöglichen.“

 

Matthias Meierhofer, Gründer und Vorstandsvorsitzender, Meierhofer AG:
„Das Gesundheitswesen zählt noch immer zu den Wirtschaftszweigen mit dem geringsten Grad an Digitalisierung. Die IT im Krankenhaus muss der Digitalisierung und Flexibilität in der Gesellschaft folgen, um dem akuten finanziellen und personellen Mangel entgegenwirken zu können. Berufsgruppen wie Ärzte und Pflegekräfte werden den Zugriff auf die Patientendaten zu jeder Zeit und an jedem Ort fordern, das KIS der Zukunft wird mobil sein. Zugleich werden die zahlreichen Kommunikationssysteme intersektoral und interoperabel zwischen den Gesundheitseinrichtungen und Partnern kommunizieren können.“

 

Philipp Schmelter, Geschäftsführer Bewatec:  
„Sollte Deutschland in den nächsten Jahren genauso wenig in die strategische Entwicklung der digitalen Transformation im Gesundheitswesen investieren wie bisher, wird die digitale Welt in den Krankenhäusern in 10 Jahren kaum anders aussehen als heute. Würde man für einen Moment die finanziellen sowie die selbstgeschaffenen Restriktionen vernachlässigen, könnte sich folgendes Szenario ergeben: Zukünftig wird der Patient jederzeit in der Lage sein, auf seine eigenen Daten zuzugreifen und so seine Gesundheit aktiv mit gestalten können. Die Einbindung des Patienten in digitalisierte Prozesse am Point of Care wird zum Standard und bietet folgende Mehrwerte: mehr Information, verbesserten Workflow, Steigerung der Effizienz, weniger Fehler, Entlastung der Pflege, mehr Zeit und ein erhöhtes Serviceangebot für den Patienten.“


Teil 2 der Serie lesen Sie am Montag hier in der Themenwelt conhIT!

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