Philips GmbH Market DACH

Philips vernetzt Daten, Technologien und Menschen

Die Medizin macht täglich Fortschritte. Damit steigen auch die Anforderungen. Gefragt sind neue Wege der Zusammenarbeit. Bei Philips entwickeln wir integrierte Lösungen, die Menschen, Technologien und Daten zusammenbringen.

Gemeinsam mit Kunden und Partnern treiben wir Innovationen im Gesundheitssystem voran. Denn Gesundheit hört nicht an Abteilungs- oder Sektorengrenzen auf. Das muss auch für die Versorgung gelten.

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kma Klinik Management aktuell im Gespräch mit Philips

Interview mit Gerrit Schick, Business Group Manager Healthcare Informatics und Population Health Management, Philips Market GmbH DACH: Künstliche Intelligenz braucht strukturierte Daten

Künstliche Intelligenz (KI) wird Krankenhäusern dabei helfen, Versorgungsabläufe effizienter zu gestalten und Therapieentscheidungen zu unterstützen. Um ihr volles Potenzial zu entfalten, ist laut Philips eine konsequente Digitalisierung und strukturierte Datenerfassung erforderlich. Außerdem muss KI sich nahtlos in Prozesse einfügen und an konkreten Fragestellungen orientieren.

Gerrit Schick, Business Group Manager Healthcare Informatics und Population Health Management, Philips GmbH Market DACH.

Konsequente Digitalisierung und die strukturierte Erfassung von Daten sind Voraussetzung für eine wertschöpfende Verwendung künstlicher Intelligenz.

Künstliche Intelligenz hilft, große Datenmengen in handlungsrelevante Informationen zu übersetzen.

Herr Schick, warum brauchen Krankenhäuser künstliche Intelligenz?

Im Krankenhaus steigt die Flut der digital erfassbaren Daten exponentiell an. Die Verfügbarkeit großer Datenmengen ermöglicht es, neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen, medizinische Hypothesen zu überprüfen und Gesundheitseinrichtungen effizient zu organisieren. Therapie- und  Managemententscheidungen können datenbasiert getroffen werden. Im klinischen Alltag hat das ohnehin schon überlastete Personal allerdings immer größere Probleme, die vorhandenen Daten in handlungsrelevante Informationen zu überführen. Neben den großen Versorgungsfragen wird künstliche Intelligenz auch in diesem Bereich eine immer wichtigere Rolle spielen. Bei Philips sprechen wir deshalb von adaptiver Intelligenz, die sich in den Kontext der klinischen Abläufe einfügt, dadurch Prozesse vereinfacht und Menschen im Gesundheitswesen in ihren täglichen Aufgaben unterstützt.

Wie muss man sich das vorstellen?

Viele Menschen denken bei KI an einen universell einsetzbaren Algorithmus, der auf beliebige Datensätze angewandt werden kann und so alle möglichen Probleme in der Versorgung löst. Dieses Bild stimmt so nicht. Einen konkreten Mehrwert liefert KI dann, wenn sie sich nahtlos in die Versorgungsprozesse einfügt und bei spezifischen klinischen Fragestellungen eingesetzt wird. Dafür muss sie das Domänenwissen von Ärzten, Pflegekräften und medizinisch-technischem Personal einbeziehen und mit anderen Technologien sinnvoll kombiniert werden. Ein gutes Beispiel ist die Radiologie. Hier kommen intelligente Technologien
bereits in der Bildgenerierung und im Analyseprozess zum Einsatz. Zudem unterstützen sie den Radiologen bei der Befundung und der klinischen Entscheidungsfindung.

Können Sie konkrete Beispiele nennen?

Unsere neueste MRT-Generation ist mit dem sogenannten VitalEye ausgestattet. Es analysiert den Atemrhythmus des Patienten und stimmt die Scansequenz darauf ab, ohne dass ein Atemgurt angelegt werden muss. Im Analyseworkflow passt sich die Nutzeroberfläche unserer Nachverarbeitungslösung IntelliSpace Portal intelligent dem individuellen Arbeitsverhalten an und optimiert fortlaufend die automatische Vor verarbeitung von Daten. Das spart Zeit und macht den Prozess effizienter. Mit der Nutzeroberfläche Illumeo werden diese Möglichkeiten auch im PACS ver fügbar. Bei der Befundung hilft zum Beispiel ein mithilfe großer Datensätze erstelltes digitales Modell des Herzens. Mit dem Heart-Model lassen sich das Herzvolumen und die linksventrikuläre Auswurfrate innerhalb von Sekunden bestimmen. Auch bei der automatischen Segmentierung von Schnittbildaufnahmen und bei der Strahlentherapieplanung kommt KI zum Einsatz.

Was ist mit dem Einsatz von KI in anderen Bereichen?


Sie können KI überall dort einsetzen, wo Daten strukturiert und in hoher Qualität erfasst werden. Das ist zum Beispiel in der Intensivmedizin der Fall. Dort kombiniert unser Dashboard IntelliSpace Console bettseitig erhobene Daten mit Informationen aus Laborsystemen, dem Patientendatenmanagement und der elektronischen Patientenakte. Eine künstliche Intelligenz wertet die Daten aus und erstellt eine intuitive, organbasierte Ansicht, mit der sich kritische Veränderungen schnell identifizieren lassen. In der Onkologie arbeiten wir an einer Plattform, die Daten aus unterschiedlichen Quellen zusammenführt und damit die optimalen Voraussetzungen für den Einsatz künstlicher Intelligenz bietet. Außerdem lässt sich KI in Management-Tools zur Verbesserung der Performance nutzen.

Was sind die Voraussetzungen für den Einsatz von KI?


Grundvoraussetzung für die Verwendung künstlicher Intelligenz ist eine umfassende Digitalisierung aller für die Anwendung relevanter Daten. Genauso wichtig ist, dass diese Daten strukturiert vorliegen und miteinander kompatibel sind. Das ist heute leider nur bei 25 Prozent der medizinischen Daten der Fall. Um KI nutzen zu können, müssen Daten in einer konsistenten und zuverlässigen Weise akquiriert und abgelegt werden. Dafür braucht es eine Systemlandschaft, die auf offene Schnittstellen und Interoperabilität setzt, einen optimalen Informationsfluss sicherstellt und Medienbrüche vermeidet. Das funktioniert bereits in bestimmten Teilbereichen oder einzelnen Einrichtungen. Noch größer ist der Effekt künstlicher Intelligenz, wenn zu einem Krankheitsverlauf longitudinale Daten über den gesamten Entstehungs- und Behandlungszeitraum verfügbar sind.

Was könnte künstliche Intelligenz bei longitudinalen Daten leisten?


Wenn Sie Daten über den gesamten Verlauf einer Erkrankung bzw. Genesung – idealerweise auch aus der Zeit davor und danach – strukturiert erfassen, haben Sie die Möglichkeit, Versorgung wirklich ganzheitlich zu betrachten. Die Analyse solcher Daten durch künstliche Intelligenz kann aufzeigen, welche Therapien für welche Patienten am besten geeignet sind, insbesondere mit Blick auf die längerfristige Ergebnisqualität. Auch Aussagen über potenzielle Auswirkungen des persönlichen Gesundheitsverhaltens werden möglich. Mit den elektronischen Gesundheitsakten der TK und DAK sind erste Schritte in Richtung der sektorenübergreifenden, longitudinalen Erfassung von Daten gemacht.

Worauf sollten Krankenhäuser in Bezug auf KI heute am meisten achten?

Wichtig ist, nicht nur nach der einen großen Lösung zu suchen, sondern konkrete Fragestellungen zu bearbeiten. Die große Chance der KI besteht darin, unnötige Komplexität von den Akteuren der Gesundheitsversorgung fernzuhalten und Auffälligkeiten in Datenmustern sichtbar zu machen. Letztendlich soll sie eine Fokussierung auf das Wesentliche ermöglichen, zusätzliche Erkenntnisse liefern und Anwender in ihrer täglichen Arbeit entlasten. In dieser Definition birgt sie ein enormes Nutzenpotenzial für Patienten, Leistungserbringer und das gesamte Gesundheitssystem. Aus diesem Grund ist es für Krankenhäuser wichtig, die Digitalisierung konsequent voranzutreiben. Mit der strukturierten Erfassung von Daten können sie bereits heute die Basis für eine wertschöpfende Verwendung künstlicher Intelligenz legen – in der eigenen Einrichtung und darüber hinaus.

Mehr Informationen dazu, wie Philips Daten, Technologien und Menschen vernetzt, finden Sie unter philips.de/grenzenlos.