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kma Klinik Management aktuell im Gespräch mit PhilipsInterview mit Marcus Bataryk, Business Group Manager Monitoring, Analytics und Therapeutic Care: Intensivmedizin als Erfolgsfaktor für Krankenhäuser

Die Intensivmedizin ist ein zentraler Funktionsbereich im Krankenhaus mit großem Einfluss auf Ergebnisqualität, Fallzahlen und Wirtschaftlichkeit. Laut Philips gilt es, auf der Intensivstation ein optimales Umfeld für Behandlung und Genesung zu schaffen sowie den Übergang auf die Normalstation sicher und effizient zu gestalten.

Marcus Bataryk, Business Group Manager Monitoring, Analytics und Therapeutic Care, Philips GmbH Market DACH.

Als Lösungsanbieter unterstützt Philips Krankenhäuser dabei, Ressourcen auf der Intensivstation effektiv zu nutzen und die Versorgungsqualität zu verbessern.

Healing Environment auf der Intensivstation: Zirkadiane Beleuchtung ist ein Kernelement im VitalMinds-Konzept für ein multimodales Delir-Management.

Herr Bataryk, welchen Stellenwert hat die Intensivmedizin für ein Krankenhaus?

Die Intensivmedizin ist entscheidend sowohl für den wirtschaftlichen als auch den medizinischen Erfolg eines Krankenhauses. Auf der Intensivstation werden Patienten behandelt, deren Zustand extrem kritisch ist. Wenn Sie hier eine hohe Ergebnisqualität erreichen, wirkt sich das direkt auf die Versorgungsqualität des Krankenhauses insgesamt aus. Aufgrund der Komplexität der Behandlung sind die Erlöse aus dem DRG-System entsprechend hoch und für das Krankenhaus wirtschaftlich relevant.

Die Intensivmedizin hat also eine große Bedeutung für die Vergütung?

Absolut! Da sie den OPs nachgelagert ist, spielt sie zudem eine wichtige Rolle in der gesamten Wertschöpfungskette. Die Einnahmen eines Krankenhauses basieren auf der Anzahl der behandelten Fälle. Operationen haben daran einen großen Anteil. Eine hohe Auslastung der Operationssäle ist jedoch nur dann möglich, wenn eine anschließende intensivmedizinische Betreuung gewährleistet werden kann. Allerdings sind die Vorhaltungskosten hierfür hoch. Es ist also wichtig, realistisch zu planen und die Prozesse auf der Intensivstation und an den Schnittstellen zu anderen Bereichen optimal zu managen.

Was sind die Herausforderungen, vor denen die Intensivmedizin heute steht?

Wie in vielen Bereichen herrscht auch in der Intensivmedizin Fachkräftemangel. Insbesondere erfahrene Mitarbeiter sind Mangelware. Die Arbeitsbelastung ist hoch. Gleichzeitig steht dem Personal heute eine Vielzahl medizinischer Informationen und Daten zur Verfügung. Das eröffnet neue Behandlungsmöglichkeiten, macht die Arbeit auf der Intensivstation jedoch um ein Vielfaches komplexer. Im klinischen Alltag ist es fast unmöglich, immer alle relevanten Daten abzurufen, zu interpretieren und daraus schnell und sicher die richtigen Entscheidungen abzuleiten.

Wie lässt sich diese Komplexität reduzieren, ohne dass die Qualität leidet?

Hier ist ein intelligentes Datenmanagement gefragt. Wir haben deshalb ein Intensivmedizin-Dashboard entwickelt, das relevante Daten aus unterschiedlichsten Quellen auf einer intuitiven Benutzeroberfläche zusammenführt. Neben dem klassischen Patientenmonitoring und anderen bettseitig erhobenen Daten werden zum Beispiel Informationen aus Laborsystemen, dem Patientendatenmanagement und dem KIS einbezogen. Ärzte und Pflegekräfte erhalten eine aggregierte, organbasierte Ansicht der relevanten Daten des Patienten. So lassen sich kritische Veränderungen schnell identifizieren und klinische Entscheidungen effizient unterstützen. Eine kognitive Überlastung durch zu viel Information wird vermieden. Für die Entlastung des Personals und die Erhöhung der Qualität ist außerdem die Teleintensivmedizin ein spannendes Feld.

Telemedizin bei Intensivpatienten, wie muss man sich das vorstellen?

In der Teleintensivmedizin werden einzelne Intensivstationen über Audio-, Video- und Datenleitungen mit einer Teleintensivmedizin-Zentrale vernetzt. Das Team dort unterstützt das Personal vor Ort mit einem konzentrierten Schulterblick. Von einer Zentrale aus können mehrere Intensivstationen unabhängig von deren Standort betreut werden. Dies ist vor allem dann interessant, wenn intensivmedizinische Kapazitäten an kleineren Standorten mit dünner Personaldecke vorgehalten werden müssen. Daten aus den USA zeigen, dass die teleintensivmedizinische Unterstützung die Mortalität auf den angeschlossenen Intensivstationen deutlich reduziert.

Stichwort Patient, spielt der überhaupt eine Rolle?


Auf jeden Fall! Idealerweise sollen die Patienten wach und aufmerksam an ihrer Behandlung teilnehmen. Deshalb ist es wichtig, auf der Intensivstation ein optimales Umfeld für die Genesung zu schaffen. Grund hierfür ist unter anderem das Delir. Diese Funktionsstörung des Gehirns tritt bei bis zu 80 Prozent der Intensivpatienten auf und hat dramatische Folgen. So verdoppelt sich unter anderem die Mortalität auf der Intensivstation. Im Delir-Management verfolgt Philips mit VitalMinds einen multimodalen, nicht-pharmakologischen Ansatz. Kernelemente sind eine zirkadiane Beleuchtung zur Stärkung des Schlaf-wach-Rhythmus und eine Reduktion der Geräuschbelastung. Ohne Delir können Patienten das Krankenhaus im Schnitt 5–10 Tage früher verlassen.

Was ist bei der Verlegung auf die Normalstation zu beachten?

Der Übergang von der Intensiv- zur Normalstation ist in vielen Krankenhäusern nicht gut organisiert. Oft fließen die Informationen nicht ungehindert, eine integrierte IT-Infrastruktur und eine gute Interoperabilität des Patientendatenmanagementsystems mit der elektronischen Patientenakte fehlen. Ärzte und Pfleger müssen aber gut informiert sein, um die Behandlung bedarfsgerecht fortsetzen zu können. Darüber hinaus ist es entscheidend, den Zustand der Patienten ausreichend im Blick zu behalten, auch wenn keine kontinuierliche Überwachung mehr nötig ist. In diesem Bereich ist Philips seit einigen Jahren aktiv und hat ein technologiegestütztes Early-Warning-Scoring entwickelt. Im Universitätsklinikum Dresden konnte mit diesem System auf zwei chirurgischen Stationen die Anzahl der Herzstillstände halbiert werden.

Wie bringt Philips diese verschiedenen Ansätze zusammen?

Als Lösungsanbieter wollen wir dazu beitragen, dass Krankenhäuser die Ressourcen auf der Intensivstation besser und effektiver nutzen. Je schneller und gesünder Patienten die Intensivstation verlassen, desto besser. Dafür braucht es einen holistischen Ansatz, der die Bedürfnisse der Patienten und des Personals ebenso einbezieht, wie die Herausforderungen und Rahmenbedingungen, in denen Krankenhäuser agieren. Gemeinsam mit unseren Kunden arbeiten wir daran, Prozesse zu optimieren, das Personal durch eine intelligente und intuitive Entscheidungsunterstützung zu entlasten und Patienten in einem Healing Environment bei der Genesung zu unterstützen. Den klinischen Erfolg der Intensivmedizin sichern wir durch ein effizientes Verlegungsmanagement sowie eine Vermeidung unerwarteter Ereignisse auf der Normalstation ab. Technologie und ein effektives Management von Daten spielen dabei eine zentrale Rolle.

Mehr Informationen dazu, wie Philips Daten, Technologien und Menschen vernetzt, finden Sie unter philips.de/grenzenlos.

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Philips vernetzt Daten, Technologien und Menschen

Die Medizin macht täglich Fortschritte. Damit steigen auch die Anforderungen. Gefragt sind neue Wege der Zusammenarbeit. Bei Philips entwickeln wir integrierte Lösungen, die Menschen, Technologien und Daten zusammenbringen.

Gemeinsam mit Kunden und Partnern treiben wir Innovationen im Gesundheitssystem voran. Denn Gesundheit hört nicht an Abteilungs- oder Sektorengrenzen auf. Das muss auch für die Versorgung gelten.

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