Philips GmbH Market DACH

Philips vernetzt Daten, Technologien und Menschen

Die Medizin macht täglich Fortschritte. Damit steigen auch die Anforderungen. Gefragt sind neue Wege der Zusammenarbeit. Bei Philips entwickeln wir integrierte Lösungen, die Menschen, Technologien und Daten zusammenbringen.

Gemeinsam mit Kunden und Partnern treiben wir Innovationen im Gesundheitssystem voran. Denn Gesundheit hört nicht an Abteilungs- oder Sektorengrenzen auf. Das muss auch für die Versorgung gelten.

philips.de/grenzenlos

kma Klinik Management aktuell im Gespräch mit Philips

Interview mit Michael Heider, Leader Precision Diagnosis, Philips GmbH Market DACH: Tumorboard 4.0 – Digitales Arbeiten in der Onkologie

„Die Medizin verlangt von uns perfekte Entscheidungen anhand von Informationen, die alles andere als perfekt sind“, so der US-amerikanische Onkologe und Buchautor Siddhartha Mukherjee. Laut Philips kann ein intelligentes Datenmanagement in der Onkologie wesentlich dazu beitragen, im Sinne einer personalisierten Medizin für jeden Krebspatienten die individuell beste Therapie zu wählen und die Kosten für die Versorgung zu senken.

Michael Heider, Leader Precision Diagnosis, Philips GmbH Market DACH

Welche Therapie ist die beste für den Patienten? IntelliSpace Precision Medicine hilft bei datengestützten Entscheidungen im multidisziplinären Tumorboard.

Die von Philips entwickelte Similar Patients-Technologie ermöglicht visuell-interaktive Kohortenanalysen und den Vergleich von verschiedenen Therapieoptionen.

Herr Heider, hört man den Namen Philips, fällt einem als erstes die Radiologie ein. Warum sollte man auch an die Onkologie denken?

Aus einem ganz einfachen Grund: Weil Philips Lösungen für alle Phasen der onkologischen Versorgung anbietet – von Diagnostik und Staging über Therapieentscheidung, -durchführung und -kontrolle bis hin zur Nachsorge. Die Bildgebung spielt dabei natürlich eine zentrale Rolle. Sie ist unentbehrlich für die Detektion und Charakterisierung maligner Tumoren, das Aufspüren von Metastasen und die Beurteilung des Therapieansprechens. Gleiches gilt für bildgesteuerte Biopsien und interventionelle Eingriffe. Mit bildgebenden Systemen allein ist es aber nicht getan. Um die Herausforderungen einer qualitativ hochwertigen und wirtschaftlichen Versorgung von Krebspatienten zu meistern, braucht es vor allem digitale Unterstützung.

Welche Herausforderungen sind das?

Klinische Daten, Labordaten, Bilddaten, genetische Daten - sowohl die Datenmenge als auch die Anzahl der Datenquellen steigen in der Onkologie rasant. Hinzu kommt die wachsende Zahl von Patienten. Wir wissen heute, dass Krebserkrankungen sehr heterogen sind und es keine One-fits-all-Lösung gibt. Das führt zu einer immer feineren Stratifizierung der Patienten in immer kleinere Untergruppen, die personalisiert behandelt werden wollen. Und hier zeigt sich erneut die Komplexität der Onkologie: Durch die Fortschritte in der Therapie haben die behandelnden Ärzte die Qual der Wahl aus einer Vielzahl von Möglichkeiten. Entscheidungen werden deshalb in einem Tumorboard gemeinsam mit allen beteiligten Disziplinen getroffen, also mit der Chirurgie, Radiologie, Nuklearmedizin, Strahlentherapie, Pathologie und gegebenenfalls weiteren spezialisierten Fächern. Um das Teamwork in diesem Gremium zu unterstützen, hat Philips eine innovative, modular aufgebaute Onkologie-Plattform entwickelt.

Welche Vorteile bietet diese Plattform?


Mit IntelliSpace Precision Medicine verändern wir die Art und Weise, wie Tumorkonferenzen vorbereitet, durchgeführt und dokumentiert werden. Ziel ist es, die Genauigkeit der individuellen Indikationsstellung im interdisziplinären Dialog zu verbessern. Für die Patienten bedeuten maßgeschneiderte Therapien weniger Nebenwirkungen und größere Chancen auf Heilung oder zumindest längeres Überleben. Gleichzeitig wird eine höhere Wirtschaftlichkeit sichergestellt, denn je effektiver die Strategie, desto geringer sind die Kosten für Unter-, Überoder Fehlbehandlungen.

Wie muss man sich das konkret vorstellen?

Die für die Therapieentscheidungen relevanten Daten sind im Krankenhaus über viele verschiedene Systeme verstreut. Das macht die Vorbereitung von Tumorkonferenzen mühsam und zeitaufwendig. Außerdem stehen für die Besprechung eines Falls nur ein paar Minuten zur Verfügung. Das multidisziplinäre Tumorboard unserer Lösung bietet eine schnelle und vollständige Übersicht: Der Allgemeinzustand des Patienten, die medizinische Vorgeschichte und mögliche Komorbiditäten sowie die klinische und pathologische Klassifikation sind ebenso enthalten wie die aktuelle Behandlung, Laborparameter, radiologische Befunde und OPBerichte. Die Ergebnisse molekulargenetischer Untersuchungen sowie Chemotherapie- und/oder Bestrahlungsprotokolle werden ebenfalls eingebunden. Alle diese Daten sind auf einen Blick für alle Nutzer sichtbar. Dadurch geht keine Zeit mehr für das Zusammensuchen von Informationen verloren. In der Konferenz selbst bleibt mehr Raum für die interdisziplinäre Diskussion und datengestützte Entscheidungen, die gleich dokumentiert werden können.

Gibt es schon erste klinische Erfahrungen?


Die gibt es. Im Rahmen einer Forschungskooperation haben wir gemeinsam mit der Karolinska-Universitätsklinik in Stockholm an der Entwicklung der Lösung gearbeitet. Karolinska ist eine der größten und modernsten Universitätskliniken Europas und Vorreiter in Sachen Digitalisierung. Seit diesem Jahr wird IntelliSpace Precision Medicine dort in der klinischen Routine bei Patienten mit lokal begrenztem Prostatakarzinom eingesetzt. Perspektivisch soll unsere Lösung natürlich auf alle Tumorarten anwendbar sein.

Welche weiteren Module gibt es neben dem multidisziplinären Tumorboard?


Wir arbeiten aktuell daran, unsere Genomanalyse-Plattform IntelliSpace Genomics zu integrieren. Ein weiteres Modul ist Similar Patients. Diese von der Philips Forschung entwickelte Technologie ermöglicht visuellinteraktive Kohortenanalysen, die den Ärzten dabei helfen, verschiedene Therapieoptionen miteinander zu vergleichen und abzuwägen, welche Behandlungsstrategie für den Patienten am besten geeignet ist. Zusätzlich werden die Anwender Zugriff auf die Dana-Farber Clinical Pathways haben. Die Empfehlungen des renommierten Krebsforschungsinstituts verstehen sich als Roadmap für eine optimale individuelle Behandlung. Für eine 360 Grad-Sicht auf den Patienten wird es optional auch möglich sein, unsere Lösungen für die digitale Pathologie, die Bildnachverarbeitung und die Strahlentherapieplanung mit der Onkologie-Plattform zu verknüpfen.

Stichwort Interoperabilität: Wie fügt sich dieLösung in die IT-Landschaft des Krankenhauses ein?


IntelliSpace Precision Medicine kann Daten sowohl aus unseren eigenen Systemen als auch aus Systemen anderer Hersteller aggregieren. Der Datenimport erfolgt automatisiert. Für die Implementierung einer durchgängigen Datenlogistik kann unsere Software IntelliBridge Enterprise mit HL7-Schnittstellenfunktionen genutzt werden. Allerdings ist die nahtlose Einbettung in die bestehende IT-Landschaft eines Krankenhauses ein Job für Spezialisten. Darum werden sich Expertenteams von Philips beim Kunden vor Ort um die Integration und individuelle Konfiguration der Lösung kümmern.

Zum Abschluss noch ein kurzer Blick in die Zukunft. Wohin geht die Reise in der Onkologie?


Ich denke, die Reise geht in Richtung einer Wissen generierenden onkologischen Versorgung. Das heißt, dass alle Ergebnisse der Therapie unmittelbar wieder in den Datenpool zurückfließen und mit Hilfe künstlicher Intelligenz analysiert und interpretiert werden. Hieraus lassen sich dann Handlungsempfehlungen für eine personalisierte Therapie ableiten. Durch diesen kontinuierlichen Erkenntnisgewinn können die Versorgungsqualität weiter verbessert und die Kosten gesenkt werden.

Mehr Informationen dazu, wie Philips Daten, Technologien und Menschen vernetzt, finden Sie unter philips.de/grenzenlos.

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