
Sie übernimmt heute Aufgaben, die über die reine Befundung hinausgehen. Richtig aufgesetzt stellt Teleradiologie sicher, dass diagnostische Abläufe auch dann funktionieren, wenn die zentrale Infrastruktur ausfällt. So schafft sie die Grundlage für eine verlässliche radiologische Versorgung.
Teleradiologie als Absicherung bei IT-Ausfällen
Radiologische Diagnostik gehört zu den Bereichen im Krankenhaus, deren Ausfall unmittelbare Auswirkungen auf die gesamte Patientenversorgung hat, da sie eng mit nahezu allen klinischen Bereichen verzahnt ist. Wenn Bilddaten fehlen oder Befunde nicht vorliegen, geraten Abläufe ins Stocken, Entscheidungen verzögern sich und Eingriffe müssen verschoben werden. Das ist nicht nur wirtschaftlich relevant, sondern wirkt sich unmittelbar auf die Versorgungsqualität und Patientensicherheit des gesamten Krankenhauses aus.
Die Stabilität dieser Prozesse ist eine Grundvoraussetzung für eine funktionierende Versorgung - und sie steht zunehmend unter Druck, denn klinische IT-Systeme werden immer verwundbarer: Bereits 2022 waren 75 % der Gesundheitseinrichtungen in Deutschland von Cyberangriffen betroffen1. Solche Störungen betreffen selten nur einzelne Komponenten, sondern meist ganze Prozessketten.
Damit Teleradiologie als Backup für Krankenhäuser dienen kann, ist die nahtlose Einbindung in bestehende Strukturen essenziell. Dazu bedarf es sowohl fachlicher Expertise bei der tiefen Integration in Systeme wie RIS, KIS und PACS als auch konkreter Praxiserfahrung des Teleradiologie-Anbieters im klinischen Betrieb.
Für Krankenhausleitungen bedeutet das: Teleradiologie ist keine isolierte Dienstleistung, sondern wird zunehmend zu einem integralen Bestandteil der Versorgungsarchitektur.

Vom Dienstleister zum Systemanbieter
Mit den steigenden Anforderungen an Stabilität und Integration entwickelt der Berliner Anbieter Radiology Advanced die Teleradiologie als Gesamtkonzept konsequent weiter. Der Fokus verschiebt sich vom reinen Dienstleister hin zu einer Lösung, die medizinische, technische und organisatorische Abläufe gemeinsam abbildet.
Damit verändert sich auch der technische Anspruch. Teleradiologie lässt sich nicht mehr allein über bestehende Schnittstellen organisieren, sondern erfordert Strukturen, die Bildübertragung, Workflow-Steuerung und Prozesssicherheit eng miteinander verzahnen. Radiology Advanced baut dafür gezielt eigene Softwarestrukturen auf und etabliert zusätzlich eine eigene Softwaresparte, um diese Anforderungen kontrolliert und durchgängig umzusetzen - denn nachhaltige Qualität entsteht nicht durch isolierte Einzellösungen.
Qualität als steuerbare Größe
Mit der steigenden Einbindung von Teleradiologie rückt die Qualität der Befunde für Radiology Advanced stark in den Mittelpunkt der Unternehmens-DNA und wird gleichzeitig zur zentralen Steuerungsgröße.
Ein zentraler Ansatz ist die mehrstufige Befundung. KI-Systeme markieren zunächst relevante Bildbereiche und unterstützen die Priorisierung. Anschließend werden die Untersuchungen durch zwei erfahrene Fachärzte für Radiologie beurteilt. So bleibt die diagnostische Qualität auch unter hoher Belastung konsistent. Gleichzeitig beginnt Qualität schon bei der Auswahl des Personals. Das Auswahlverfahren stellt sicher, dass ausschließlich entsprechend qualifizierte Radiologen eingesetzt werden. Ein mehrstufiges Assessment prüft sowohl fachliche als auch organisatorische Kompetenzen und schafft damit eine verlässliche Grundlage für die tägliche Befundung.
Zum 01. April 2026 übernimmt PD Dr. med. Götz Lutterbey die Funktion des Chief Medical Quality Officer. Die neu geschaffene Position bündelt die Qualitätssicherung über das gesamte Team der über 50 festangestellten Radiologen hinweg und entwickelt diese kontinuierlich weiter. Damit etabliert Radiology Advanced eine Organisationsform, wie sie sonst vor allem aus universitären Spitzeneinrichtungen bekannt ist.
Die Rolle von Künstlicher Intelligenz
Vor diesem Hintergrund lässt sich auch die Rolle der Künstlichen Intelligenz für Radiology Advanced einordnen. Ihre Stärke liegt nicht in der eigenständigen Befundung, sondern in der Optimierung von Prozessen. KI-Systeme markieren Auffälligkeiten, priorisieren Untersuchungen und unterstützen die Organisation von Arbeitslisten. Sie greifen damit an Stellen ein, an denen Standardisierung möglich ist, ohne die ärztliche Entscheidung zu ersetzen. Ohne klar definierte Prozesse bleibt ihr Nutzen noch begrenzt. Erst im Zusammenspiel mit strukturierten Arbeitsabläufen entfaltet KI ihr Potenzial.
Skalierbarkeit und Verfügbarkeit im klinischen Alltag
Neben Technik und Qualität spielt im radiologischen Alltag auch die Verfügbarkeit von Kapazitäten eine entscheidende Rolle. Häufig steigen die Untersuchungszahlen, Personal fällt kurzfristig aus und zusätzlicher Bedarf entsteht ohne Vorlaufzeit. Solche Situationen sind keine Ausnahme, sondern Teil des klinischen Alltags.

Teleradiologische Modelle müssen darauf unmittelbar reagieren können. Neben festen Einsatzzeiten, also klassischer Teleradiologie nach StrlSchG, gewinnen flexible Strukturen an Bedeutung. Radiology Advanced setzt hierfür gezielt auf ein On-Demand-Modell: Bei kurzfristigem Bedarf, etwa durch krankheitsbedingte Ausfälle oder Urlaub, kann die Befundung innerhalb weniger Minuten übernommen werden. Ein Anruf genügt, und die externe Befundung startet in der Regel innerhalb von fünf Minuten.
Im praktischen Betrieb entscheidet diese Reaktionsfähigkeit über den Unterschied. Teleradiologie-Anbieter, wie Radiology Advanced, die kurzfristig einsatzbereit sind und gleichzeitig eine konstant hohe Befundqualität liefern, sichern Abläufe und vermeiden Verzögerungen.
Ebenso entscheidend ist die Erreichbarkeit. Direkte Kommunikationswege, ohne Umwege über allgemeine Hotlines oder wechselnde Ansprechpartner, reduzieren Reibungsverluste und ermöglichen eine schnelle Abstimmung im Alltag.
Konsequenzen für die Krankenhausleitung
Die Erwartungen an Teleradiologie haben sich verändert. Preis und Geschwindigkeit allein sind keine entscheidenden Kriterien mehr. Maßgeblich ist, ob diagnostische Prozesse unter allen Bedingungen zuverlässig funktionieren und die Qualität konstant hoch bleibt. Für Krankenhausleitungen ist das eine betriebliche Kernfrage. Radiologie ist Voraussetzung für zentrale Abläufe – von der Notfallversorgung bis zur OP-Planung. Instabilität wirkt sich unmittelbar auf die Leistungsfähigkeit des gesamten Hauses aus. Die Unterschiede zwischen Anbietern zeigen sich im Echtbetrieb.
Radiology Advanced adressiert genau diese Punkte: mit einem festangestellten Radiologenteam, strukturierten Prozessen und tiefer IT-Integration. Ergänzt durch unabhängige Zugriffswege für Ausfallszenarien entsteht eine stabile Versorgungsstruktur, denn als inhabergeführtes Unternehmen liegt der Fokus auf langfristiger Stabilität und verlässlicher Zusammenarbeit im klinischen Alltag.
Für die Krankenhausleitung bedeutet das: Teleradiologie ist kein Dienst, sondern ein Instrument zur Sicherung der eigenen Leistungsfähigkeit.

Autor:
Dr. Ehssan Ghadamgahi, MBA, Geschäftsführer
CEO, RA Radiology Advanced GmbH






