Hohe Ausgaben für Personal und Material in öffentlichen Häusern
Die Investitionsfähigkeit der Krankenhäuser hängt auch davon ab, wie sie wirtschaften. Denn die staatliche Investitionsfinanzierung deckt nicht mehr den tatsächlichen Bedarf der Häuser ab - einen Großteil der Mittel müssen die Krankenhäuser inzwischen selbst finanzieren. Die PwC-Analyse zeigt, dass öffentliche Krankenhäuser seit Jahren einen überdurchschnittlich hohen Anteil ihrer Gelder für Personal und Material aufbringen müssen, sodass nur noch wenig Mittel für andere Ausgaben wie Instandhaltung oder die Finanzierung von Investitionen bleiben.
Während die Material- und Personalaufwandsquote bei Häusern in privater Trägerschaft bei 83 Prozent des Umsatzes liegt, wenden öffentliche Krankenhäuser 91 Prozent ihrer Mittel auf (2016: 90 Prozent). Bei freigemeinnützigen Häusern liegt dieser Wert bei 86 Prozent. "In diesem Punkt zeigt sich, dass öffentliche Krankenhäuser angesichts des hohen Kostendrucks in der Branche ihre Prozesse noch weiter optimieren und insgesamt effizienter arbeiten müssen", kommentiert PwC-Experte Michael Burkhart.
Krankenhäuser verschenken Geld durch schlechtes Cash-Management
Da vergleichsweise wenig Mittel für nötige Modernisierungen übrigbleiben, sind Krankenhäuser in Deutschland auf Fremdkapital mit höheren Kapitalkosten angewiesen. Insbesondere öffentliche Krankenhäuser finanzierten im vergangenen Jahr 61 Prozent ihres Geschäfts mit Bank- oder Gesellschafterdarlehen, 2016 waren es noch 54 Prozent. Eine deutlich höhere Eigenkapitalquote weisen dagegen freigemeinnützige und private Krankenhäuser auf, sie sind nur zu jeweils 35 Prozent auf fremde Geldgeber angewiesen.
Damit haben sich die Krankenhäuser in freigemeinnütziger Trägerschaft allerdings zum Vorjahr um fünf Prozentpunkte verschlechtert. Beim Anstieg der Fremdkapitalquote darf man den Effekt der Rückstellungen für Rückforderungen durch Prüfungen des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) allerdings nicht außer Acht lassen. Die Prüfquote ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen, weswegen die Krankenhäuser immer mehr zurückstellen müssen.
Noch großes Potenzial beim Liquiditätsmanagement
Trotz dieser Abhängigkeit von Fremdfinanzierung vernachlässigen viele Krankenhäuser nach wie vor ihr eigenes Liquiditätsmanagement. Das lässt sich etwa an den Days Sales Outstanding (DSO) ablesen, der Zahl an Tagen, die Krankenhäuser benötigen, um ihre Forderungen von den Krankenkassen zu erhalten. Öffentliche Krankenhäuser haben sich dafür im vergangenen Jahr 58 Tage Zeit gelassen und so - trotz einer Verbesserung um einen Tag zum Vorjahr - bares Geld verschenkt. Deutlich besser ist das Cash-Management bei den privaten (41 Tage) und freigemeinnützigen Krankenhäusern (42 Tage). Freigemeinnützige Krankenhäuser haben es geschafft, die Wartezeit um zwei Tage zu verkürzen.


Bitte loggen Sie sich ein, um einen neuen Kommentar zu verfassen oder einen bestehenden Kommentar zu melden.
Jetzt einloggen