Schadsoftware

DRK-Krankenhäuser von Cyberangriff betroffen

Krankenhäuser und andere Einrichtungen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Rheinland-Pfalz und im Saarland sind von einem Cyberangriff betroffen. Das komplette Netzwerk ihres Krankenhausverbundes sei von einer Schadsoftware befallen gewesen, teilte die DRK Trägergesellschaft Süd-West mit.

Virus

Foto: Pixabay

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Die Verfügbarkeit von Daten sei eingeschränkt, die Versorgung der Patienten aber gewährleistet. Zuvor hatte die «Wormser Zeitung» berichtet.

Der Angriff sei am Sonntagmorgen gegen 6.30 Uhr bemerkt worden, Küchenmitarbeiter im Krankenhaus Saarlouis hätten das System nicht hochfahren können und den Leiter der IT informiert, sagte der Geschäftsführer der Trägergesellschaft, Bernd Decker. Wie sich herausstellte, war das komplette Netzwerk des Verbundes von einer Schadsoftware befallen, die Server und Datenbanken verschlüsselt. Daraufhin seien am Sonntagnachmittag die Server aus Sicherheitsgründen vom Netz genommen, um sie auf einen Befall zu überprüfen und um zu verhindern, dass sich die Schadsoftware weiter ausbreitet.

Da - wie sich am Mittwoch herausstellte - der «Domain Controller» als zentraler Server angegriffen war, waren alle elf Krankenhäuser und vier Altenpflegeeinrichtungen in Rheinland-Pfalz und im Saarland, die unter dem Dach der Trägergesellschaft organisiert sind, betroffen. Die Aufnahme der Patienten oder Befunde von Laboruntersuchungen würden inzwischen mit Bleistift, Kugelschreiber und Papier vorgenommen, sagte Decker. «So wie das früher mal war.» Die Kliniken und Einrichtungen hatten keinen Zugang zum Internet und waren nicht per Mail, sondern nur noch per Telefon oder Fax erreichbar. Es gebe keine Hinweise darauf, dass Patientendaten abgegriffen worden seien, sagte Decker.

Medizinische Geräte nicht betroffen

Medizinische Geräte seien nicht betroffen, die Versorgung der Patienten gewährleistet. Der Angriff habe die Arbeit aber umständlicher gemacht. Patientenakten oder Befunde aus Labor oder Radiologie könnten nicht gespeichert werden, sondern müssten ausgedruckt und - wenn die Systeme wieder laufen - eingescannt und archiviert werden.

Das Landeskriminalamt sei eingeschaltet, teilte die DRK Trägergesellschaft mit. Eine Sprecherin des LKA bestätigte eine Anzeige. Es ermittelt die Landeszentralstelle Cybercrime bei der Generalstaatsanwaltschaft Koblenz, wie ein Sprecher der Behörde mitteilte. Hintergründe zum Vorgehen oder zu möglichen Tätern waren am Mittwoch noch unklar.

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