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KRITIS-Verordnung

IT-Sicherheitsgesetz jetzt auch für Kliniken

Die Bundesregierung hat am 31. Mai der vom Bundesminister des Innern vorgelegten Änderung der KRITIS-Verordnung zugestimmt.

IT-Sicherheit

Foto: Pixabay

Durch die genannte Verordnung werden die Betreiber von Kritischen Infrastrukturen in die Lage versetzt, anhand messbarer und nachvollziehbarer Kriterien zu prüfen, ob sie unter den Regelungsbereich des IT-Sicherheitsgesetzes fallen. Die Verordnung wird noch im Juni 2017 in Kraft treten.

Der Marburger Bund begrüßt den Beschluss, kritisiert jedoch zugleich, dass nur 110 Krankenhäuser mit mehr als 30.000 Behandlungsfällen pro Jahr als bedeutsam für die stationäre medizinische Versorgung eingestuft werden. ”Diese Festlegung und der ihr zugrunde liegende Schwellenwert sind mit der Versorgungsrealität nicht in Einklang zu bringen. Wir halten es deshalb für dringend geboten, die KRITIS-Bemessungsgrenzen für Krankenhäuser kritisch zu überprüfen“, sagte Rudolf Henke, 1. Vorsitzender des Marburger Bundes.

„Wenn die derzeitige Festlegung bedeuten würde, dass die größten Krankenhäuser zuerst ertüchtigt werden sollen, könnten wir damit leben. Es kann aber nicht sein, dass eine Klinik wie das Lukaskrankenhaus in Neuss, das selbst schon einmal Ziel einer Cyber-Attacke war, als weniger schutz- und unterstützungswürdig eingestuft wird, nur weil dort 28.500 Patienten pro Jahr versorgt werden – also 1.500 Patienten weniger, als es der Schwellenwert vorsieht“, betonte Henke.

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