Mecklenburg-Vorpommern

Landesregierung dringt auf breitere Anwendung der Telemedizin

Als Flächenland mit langen Wegen setzt Mecklenburg-Vorpommern auch auf die Telemedizin, um die Versorgung in entlegeneren Regionen sicherzustellen. Doch gibt es dafür auch noch rechtliche Hürden, die in anderen Bundesländern schon beseitigt wurden.

Telemedizin

Foto: Fotolia (kebox)

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Die Landesregierung in Schwerin dringt auf eine rasche Anpassung der Berufsordnung für die in Mecklenburg-Vorpommern tätigen Ärzte, um die Möglichkeiten der Telemedizin besser nutzen zu können. „Gerade unser Land als ein Flächenland sollte offen für ein Konzept wie die Fernbehandlung sein.”

„Dabei geht es nicht darum, diese Behandlungsform zum Regelfall zu machen, sondern praktikable Lösungen für Einzelfälle zu schaffen”, erklärte Innenminister Lorenz Caffier, der am Donnerstag im Landtag in Vertretung von Gesundheitsminister Harry Glawe (beide CDU) sprach. Bislang gebe es einige Modellprojekte im Land, unter anderem zum Einsatz des Telenotarztes.

Wie aus dem von den Regierungsfraktionen von SPD und CDU vorgelegten Antrag hervorgeht, haben zwei Drittel der bundesweit 17 Landesärztekammern den Vorschlag des Deutschen Ärztetags vom Mai 2018 aufgegriffen und bereits Lockerungen ihrer Berufsordnungen beschlossen. Damit ebneten sie den Weg für eine breitere Nutzung des Internets in der medizinischen Versorgung.

AfD: Telemedizin birgt Risiken und rechtliche Probleme

„Ich habe wirklich wenig Verständnis, weshalb Mecklenburg-Vorpommern, das doch besondere Probleme bei der medizinischen Versorgung hat, den Oberbedenkenträger gibt”, sagte der CDU-Abgeordnete Sebastian Ehlers und richtete damit deutliche Kritik an die Landesärztekammer, die noch weiteren Beratungsbedarf angemeldet hatte.

Auch Jörg Heydorn (SPD) mahnte eine rasche Übernahme der Musterverordnung an. Telemedizin könne Brücken zwischen Haus- und Fachärzten schlagen, die bisherige Versorgung in ländlichen Räumen sinnvoll ergänzen und vor allem älteren Patienten lange Wege ersparen.

Nach Auffassung des AfD-Abgeordneten Gunter Jess bietet Telemedizin nicht nur Chancen, sondern birgt auch Risiken und rechtliche Probleme. Deshalb habe die Ärztekammer eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die mit kritischem Blick ihre Berufsordnung überarbeite. Der Landesregierung warf Jess vor, die Kammer nun politisch unter Druck setzen zu wollen. „Wir halten das für politischen Aktionismus im Vorfeld der Kommunalwahlen”, sagte der Oppositionspolitiker.

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