Im Interview

Meierhofer beteiligt sich an samedi

Mit der strategischen Beteiligung baut der Anbieter von Informations- und Funktionslösungen sein Portfolio an IT-Lösungen zur intersektoralen Vernetzung weiter aus. kma-online sprach dazu mit den beiden Geschäftsführern.

Foto: Hess

Matthias Meierhofer, Vorstandsvorsitzender der Meierhofer AG

Katrin Keller, samedi GmbH

Foto: samedi GmbH

Katrin Keller, Geschäftsführerin der samedi GmbH

Meierhofer AG und samedi GmbH

Fotomontage: kma

Mit der Ergänzung des Angebots um die Online-Produkte des e-Health-Spezialisten samedi stellt sich Meierhofer noch besser auf, um medizinische Informationen innerhalb des Gesundheitssystems medienbruchfrei zu kommunizieren und die Patientenversorgung mittels Digitalisierung zu optimieren.

samedi ist eine Web-Softwarelösung (SaaS) zur gemeinsamen Patientenkoordination im Gesundheitswesen vom Online-Arzttermin, Zuweisung, Fallsteuerung bis zu Managed Care. Die Steuerung der sektorenübergreifenden Behandlungspfade zwischen Arztpraxen, Kliniken, Patienten, Kostenträgern und anderen medizinischen Dienstleistern wird über samedi entsprechend höchster Sicherheitsanforderungen und vielfältiger Schnittstellenangebote umfassender und zugleich effizienter gestaltet. Derzeit nutzen über 5.000 Einrichtungen im Gesundheitswesen die Lösung zur Steuerung von bisher insgesamt neun Millionen Patienten. Erst vergangene Woche gab das Unternehmen bekannt, dass Asklepios die Software zur Optimierung der Patientenkommunikation bundesweit einführen wird.

 

Im Zuge der Beteiligung hat kma-online mit Katrin Keller, Geschäftsführerin der samedi GmbH, und mit Matthias Meierhofer, Vorstandsvorsitzender der Meierhofer AG, gesprochen:

Herr Meierhofer, wie sind Sie auf samedi aufmerksam geworden bzw. wer ist auf wen zugegangen?

Die Themen intersektorale Kommunikation, Online-Patientenakte und -Ressourcenplanung werden seit einiger Zeit intensiv auf dem Markt diskutiert. An samedi als führenden deutschen Anbieter für derartige Lösungen mit rund 5.000 Gesundheitseinrichtungen als Kunden kommt man deshalb nicht vorbei. Zudem kennen Katrin Keller und ich uns aus unserer Tätigkeit für den Vorstand des bvitg auch persönlich. Natürlich haben wir das Gespräch gesucht, als sich die Option für eine Beteiligung an samedi ergeben hat, und haben Möglichkeiten für eine künftige Zusammenarbeit diskutiert.

Wie lange haben Sie gebraucht, um sich für die Beteiligung an samedi zu entscheiden? Was hat Sie überzeugt?

Die Entscheidungsfindung ging relativ zügig von statten, zumal wir uns auch gegen andere Interessenten durchsetzen mussten. Wir sehen in der strategischen Beteiligung eine große Chance, die wir nicht ungenutzt lassen wollten, um die Meierhofer AG für die Zukunft noch besser aufzustellen und samedi neue Wege insbesondere in die Kliniken zu öffnen. Im deutschsprachigen Raum sind wir damit einzigartig aufgestellt. Überzeugt haben uns unter anderem die hohen Sicherheitsstandards, die Interoperabilität und Vernetzungsmöglichkeiten von samedi. Die Leidenschaft, die das samedi-Team an den Tag legt, hat sicherlich das Übrige getan.

In welcher Art sind Sie an samedi beteiligt?

Wir sind an der samedi GmbH im Rahmen einer strategischen Partnerschaft beteiligt, die uns erlaubt, unser Angebot entlang der Versorgungskette sowohl durch spezifische Lösungen als auch fachliches Wissen rund um die Themen e-Health, Online-Ressorcenplanung, Patientenakte und intersektorale Vernetzung gemeinsam weiter auszubauen. Mehr Details zur Beteiligung kann ich Ihnen jedoch leider nicht nennen.

 

Frau Keller, was bedeutet es für Sie, dass sich Meierhofer an samedi beteiligt? Was erhoffen Sie sich von der Partnerschaft?

Unsere Produkte verfolgen das Ziel, medizinische Informationen zu vernetzen und für die an der Behandlung Beteiligten zur Verfügung zu stellen. Durch die strategische Beteiligung der Meierhofer AG können wir nun auf weitere Informationsbausteine zugreifen und ein vollständig integriertes Produkt für alle Sektoren liefern. Der Grad dieser Vernetzung ist einzigartig und führt dazu, dass die Qualität in der Versorgung steigt, wovon letztlich der Patient profitiert.

Wird sich durch die Beteiligung bei samedi etwas verändern?

samedi wird unter dem Dach der Meierhofer Unternehmensgruppe als eigenständige Einheit agieren. Wir bleiben auch weiterhin ein Start-up im Herzen, versprechen uns jedoch durch die Beteiligung, künftig stärker als etabliertes deutsches e-Health-Unternehmen wahrgenommen zu werden. Wir sind bereits seit knapp zehn Jahren auf dem Markt und setzen mit unseren Lösungen auch tatsächlich das um, was viele andere nur versprechen. Auf Mitarbeiterseite werden wir unser Team in den Bereichen Produktentwicklung und Customer Success aufstocken.

Was waren Ihre Beweggründe für die Partnerschaft mit Meierhofer?

Unsere Kundenzahl und die damit verbundenen Aufgaben sind in den letzten Jahren stetig gewachsen. Für uns war es an der Zeit, den nächsten Sprung zu machen und in der Meierhofer AG sehen wir hierfür einen idealen strategischen Partner. Gemeinsam können wir die Synergien für die sektorenübergreifende Kommunikation am besten bündeln.

 

Herr Meierhofer, welchen Mehrwert bringen Sie bei samedi ein?

Als solider, erfahrener Dienstleister für KIS, PDMS, Reha- sowie Fach- und Funktionssysteme decken wir bereits ein breites Spektrum innerhalb der Versorgungskette ab. Vor allem was den Klinikbereich betrifft, verfügen wir über jahrzehntelanges Know-how, auf das samedi aufsetzen kann – nicht nur in Deutschland, sondern auch in Österreich und der Schweiz. Zudem haben wir uns im deutschsprachigen Raum als mittelständischer KIS-Anbieter einen Namen gemacht, der auch große Projekte wie für Asklepios und die Universitätsmedizin Greifswald erfolgreich umsetzten kann. Hier können wir sicherlich als Türöffner für samedi fungieren. Einige Anfragen von Kliniken und Krankenhäusern, die sich für die samedi-Lösungen interessieren, liegen uns bereits vor.

 

Welche Ziele haben Sie zusammen, was sind die nächsten Schritte?

K. Keller: Wir werden künftig noch besser verstehen, wo und an welcher Stelle es in den Kliniken Einsatzbereiche für e-Health-Lösungen gibt. Viele Krankenhäuser wissen schon heute, dass die Prozessplanung nicht an der Klinikmauer aufhören darf, denn der Patient und der zuweisende Arzt und auch die Klinik benötigen vor und nach dem Klinikaufenthalt Informationen. Diese Informationen kann samedi medienbruchfrei liefern und zwar unabhängig vom KIS-System.

M. Meierhofer: Durch die Zusammenarbeit mit samedi gewinnen wir an Kompetenz insbesondere in den Bereichen sektorenübergreifende Vernetzung und e-Health, sodass wir unser Portfolio rund um die digitale Patientenversorgung weiter ausbauen können, auch in Richtung niedergelassene Ärzte und Patienten. In den kommenden Monaten gilt es nun, die Rahmenbedingungen für unsere Zusammenarbeit zu spezifizieren, Lösungen zu integrieren und Prozesse anzupassen. Zudem sind wir bereits dabei, für einige Kunden und Interessenten gemeinsame Lösungen zu entwickeln.

Frau Keller, Sie haben gerade bekanntgegeben, dass Asklepios Ihre Software bundesweit in allen Kliniken und Einrichtungen einführt, was bedeutet das für samedi? Ist das Ihr größter Coup bisher und stehen in naher Zukunft weitere an?

Wir freuen uns sehr, dass sich Asklepios für uns entschieden hat, um das Thema e-Health konzernweit einzuführen und um damit in naher Zukunft Zuweisern und Patienten einen modernen und zukunftsorientierten Online-Service anbieten zu können. Bereits seit 2015 hat die Asklepios Tochter MediClin unsere Lösungen im Zusammenhang mit ihrem Online-Rehabettenportal erfolgreich im Einsatz und etabliert dabei in über 50 Kliniken dank Online-Vernetzung von Akut-Klinik zu Reha-Klinik einen neuen Standard und eine bessere, schnellere Patientenversorgung. Mit der schrittweisen Einführung der webbasierten Software in den Asklepios Gesundheitseinrichtungen kommen wir unserem Ziel einen entscheidenden Schritt näher, eine enge medizinische Online-Vernetzung im deutschen Gesundheitswesen zu realisieren und die Patientenversorgung mittels ihrer digitalen Lösungen nachhaltig zu verbessern. Mit Asklepios haben sowohl samedi als auch die Meierhofer AG einen Partner an der Seite, mit dem man e-Health tatsächlich leben und Digitalisierungsmodelle gemeinsam diskutieren kann. In dieser Konstellation können wir Synergien für die Umsetzung am besten heben.

Zieht die Meierhofer AG es in Betracht, sich an weiteren Start-ups zu beteiligen, eventuell sogar eines komplett aufzukaufen?

In den vergangenen Jahren ist die Meierhofer AG deutlich gewachsen und hat ihr Portfolio erweitert, sowohl organisch als auch durch Beteiligungen und Übernahmen. Grundsätzlich verfolgen wir ein wohlüberlegtes, chancenorientiertes Wachstum – und diesen Kurs werden wir auch in Zukunft beibehalten. Ob durch Zukäufe oder weitere Beteiligungen, das kann ich Ihnen zu diesem Zeitpunkt nicht beantworten. Für uns ist es in jedem Fall wichtig, sowohl neue Lösungen als natürlich auch die Mitarbeiter umsichtig zu integrieren und Prozesse entsprechend anzupassen.

 

Auf der conhIT 2017 werden Sie zusammen auf dem Meierhofer Stand auftreten, was können die Besucher hier erwarten, auch vor dem Hintergrund, dass Meierhofer in diesem Jahr sein 30-jähriges Firmenjubiläum feiert?

K. Keller: samedi zeigt eine auf Prozessen basierende Vernetzungslösung, die sich einfach in die KIS-Landschaft integrieren lässt. Daneben präsentieren wir unsere Termin- und Prozesslösungen für Arztpraxen und Online-Patientenservices.

M. Meierhofer: Unsere Kunden kennen uns seit 30 Jahren als verlässlichen, persönlichen Partner, der gemeinsam mit ihnen zukunftsweisende Lösungen für die digitale Patientenversorgung entwickelt. Das verhält sich in unserem Jubiläumsjahr nicht anders und das dürfen unsere Kunden auch in den kommenden Jahren von uns erwarten. Neben der intersektoralen Kommunikation stehen dieses Jahr unsere neue mobile Lösung sowie ein Dokumentenmanagement, das die Arztbriefschreibung deutlich erleichtert sowie die Integrationsfähigkeit unseres PDMS in KIS im Fokus.

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