Georg Thieme Verlag KG

DokumentationUKU entwickelt App für Nebenwirkungen der Corona-Impfung

Das Universitätsklinikum und die Universität Ulm entwickeln die App „CoCoV“ um die Verträglichkeit der Corona-Impfung und impfbedingten Nebenwirkungen zu dokumentieren. 

CoCoV-App
Universitätsklinikum Ulm

CoCoV-App des Universitätsklinikums Ulm.

Seit Ende Jahres 2020 wird in Deutschland gegen das Coronavirus geimpft und auch am Universitätsklinikum Ulm (UKU) sind die Impfungen der ersten Mitarbeiter gestartet. Doch so sehr die meisten Menschen die Impfung herbeisehnen, so skeptisch sind andere und befürchten Nebenwirkungen aller Art. Um noch mehr Transparenz in Bezug auf mögliche Impfnebenwirkungen zu schaffen, haben Ärzte der Klinik für Innere Medizin I des UKU und Wissenschaftler des Instituts für Medizinische Systembiologie der Universität Ulm gemeinsam die Smartphone App „CoCoV“ entwickelt. Diese ermöglicht es, impfbedingte Nebenwirkungen individuell zu dokumentieren und so eine umfassende Übersicht des persönlichen Impfverlaufs und der Verträglichkeit der Impfung zu erstellen. Eine Auswertung der Daten wird über ein öffentliches Dashboard online bereitgestellt.

Die kostenlose Android- und iOS-App kann nicht nur von den Mitarbeitern des UKU genutzt werden, sondern von allen, die bereits eine Corona-Impfung erhalten haben. CoCoV deckt alle voraussichtlich in Deutschland verfügbaren Impfstoffe ab und unterscheidet zwischen Erhalt der ersten und zweiten Impfdosis. Im digitalen Tagebuch der App erstellen die Nutzer anhand eines standardisierten Fragenkatalogs Einträge zum eigenen Befinden und tragen häufig eintretende Nebenwirkungen ein. Zusätzlich besteht die Möglichkeit über ein Freitextfeld Symptome zu protokollieren, die von dem Fragenkatalog nicht abgedeckt werden.

Die CoCoV-App ermöglicht es Nutzern, ihre dokumentierten Nebenwirkungen in anonymisierter Form zu teilen und den Wissenschaftlern zur Verfügung zu stellen. Eine Auswertung der Daten wird in regelmäßigen Abständen über das öffentliche Dashboard verfügbar gemacht. „Unser Ziel ist es, mithilfe der App nicht nur die Verträglichkeit der neuen Corona-Impfstoffe und mögliche Nebenwirkungen zu erfassen, sondern langfristig auch dazu beizutragen, dass noch mehr Menschen bereit sind, sich gegen Corona impfen zu lassen“, sagt Professor Thomas Seufferlein, Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin I. „Wir hoffen deshalb, dass möglichst viele Nutzerinnen und Nutzer bereit sind, ihre anonymisierten Daten mit uns zu teilen.“

Da sich einige der Impfstoffe in ihrem Wirkprinzip unterscheiden, können die bereitgestellten Daten auch Hinweise darauf geben, ob sich einer der Impfstoffe für bestimmte Personengruppen wie beispielsweise ältere Menschen oder Personen mit Begleiterkrankungen besser eignen. Um diese Fragestellung zu beantworten werden bei der Initialisierung der CoCoV-App neben Daten zu Alter, Geschlecht und erhaltenem Impfstoff auch Begleiterkrankungen abgefragt.

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