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KlinikzusammenschlussAlle Fachbereiche an einem Standort vereint

Aus zwei Frankfurter Traditionshäusern ist ein modernes Krankenhaus entstanden: Das St. Marien-Krankenhaus ist nach Frankfurt-Bockenheim auf das Gelände des St. Elisabethen-Krankenhauses umgezogen.

Monique Bliesener
St. Elisabethen-Krankenhaus

Monique Bliesener ist die Kaufmännische Direktorin des St. Elisabethen-Krankenhauses in Frankfurt-Bockenheim, das zu Dernbacher Gruppe Katharina Kasper gehört.

Die Zusammenführung beider Häuser mit ihren hochspezialisierten medizinischen Fachabteilungen und medizinischen Zentren ermöglicht ein optimiertes Diagnostik- und Therapieangebot.   In Dernbach, wo die Dernbacher Gruppe Katharina Kasper Ihren Hauptsitz hat, wurde beginnend mit dem Jahr 2010 der Gedanke entwickelt, dass die beiden Frankfurter Traditionshäuser St. Marienkrankenhaus und St. Elisabethen-Krankenhaus an einem Standort zusammengeführt eine größere Schlagkraft entwickeln könnten.

Dieser Vorstellung folgten Marktanalysen von externen Beratern, Portfolioanalysen und Überlegungen bezüglich der Fachabteilungsausrichtung. Ein Team aus Gesellschafter, Geschäftsführung und Betriebsleitung pflegte den Kontakt zu den Banken, Förderbehörden und dem hessischen Ministerium. Die neue Ausrichtung wurde von allen Seiten unterstützt, so dass das Krankenhaus nun in 2018 die Chance ergreift, die Früchte der Zusammenführung zu ernten.

Das Ziel einer kontinuierlichen Verbesserung hinsichtlich der Patientenversorgung, der allumfassenden interdisziplinären Behandlung, kurzer Wege und schneller Absprachen war die Keimzelle für den Entwurf eines gemeinsamen Standortes.

Detaillierte Absprache aller Beteiligten Die Betriebsleitung, bestehend aus der Kaufmännischen Direktorin, dem ärztlichen Direktor, der Pflegedirektorin und der Oberin, betrachtete aus allen Blickwinkeln den Themenschwerpunkt Umzug.

Umzug im laufenden Betrieb oder Stillstand?

Nach einigen Abwägungen haben wir uns gemeinsam für den Umzug im laufenden Betrieb entschieden. Um ein sanftes Übergleiten in die neuen Räumlichkeiten zu ermöglichen, wurde der Umzug auf zwei Wochen angesetzt. Das Einbestellen der elektiven Patienten, die Sprechstunden, die OP-Planung rückten zunächst in den Mittelpunkt des Gedankenkarussells. Die zentrale Fragen dabei, die immer wieder - auch von Patienten – gestellt wurde: „Bis wann wird operiert? Darf ich mein Kind noch bei Ihnen entbinden? Muss ich während der Geburt verlegt werden?“

Mit allen Chefärzten und Abteilungsleitungen wurden die geplanten Umzugstage detailliert besprochen. Zunächst sollte die Verwaltung umziehen, danach alle patientennahen Bereiche inklusive der Medizintechnik. Die Kunst, die Patienteneinbestellung und Belegung der Betten punktgenau auf den Umzug abzustimmen, gelang durch eine interdisziplinäre engmaschige Abstimmung hervorragend. Hierdurch war es möglich, nur wenige Patienten von dem St. Marienkrankenhaus in das St. Elisabethen-Krankenhaus per Patiententransport zu verbringen.

Die einzelnen Umzugsschritte waren unmissverständlich formuliert, die Zeit abgesteckt, jede Abteilung hatte einen Umzugsverantwortlichen festgelegt – es galt die Deadline 30.11.2017 zu halten. Ein entscheidender Meilenstein war die Vergabe des Umzugs an ein externes Umzugsunternehmen. Die Wahl fiel auf ein engagiertes und professionelles Team mit viel Erfahrung und Organisationsgeschick. Auf täglicher Basis erfolgte ein Abgleich zwischen der Umzugsplanung und dem Fortschritt auf der Baustelle.

Bauherr und Bauleiter haben mit gemeinsamer Kraft die Priorisierung auf kapazitätsnotwendige Bauteile gelegt. Somit war die geplante Teilinbetriebnahme des Neu- und Erweiterungsbaus zum Zeitpunkt des Umzuges sichergestellt.

Der Umzug ist Chefsache

Letzte Stationsverteilungen und die Patiententransporte wurden zwischen den Beteiligten bestätigt und verifiziert. Die kaufmännische Direktorin und die Pflegedirektorin zeigten zu dieser Zeit viel Präsenz und waren jeder Zeit als Ansprechpartner verfügbar. Die Oberin organisierte parallel einen Flohmarkt, bei welchem die Mitarbeiter Bilder, Stühle oder Geschirr und Erinnerungsstücke erwerben konnten. Die Beschäftigten hatten gemäß Vereinbarung ausschließlich ihr persönliches Hab und Gut  einzupacken, alles andere wurde von den Umzugsprofis eingepackt, abgeschraubt und transportiert. „Der Umzug ist Chefsache“, so die Stimme eines Mitarbeiters.

Zu guter Letzt wurden die mit christlichen Motiven gestalteten Fenster der Kapelle ausgebaut. In Zukunft werden sie jeden Stationsstützpunkt im St. Elisabethen-Krankenhaus zieren. Bei der zeitgerechten Übergabe des geräumten Gebäudes an den Käufer der Immobilie blieb trotz großen Wehmuts bei allen Beteiligten ein warmer Gedanke an ein Haus zurück, welches mehr als 100 Jahre eine Herberge für Patienten war und Genesungs- und Heilungshoffnungen Rechnung getragen hat.

Dies wird nun mit dem gleichen Spirit in hellen, mit aufmunterndem Farbkonzept gestalteten Räumen im Elisabethen-Krankenhaus am Standort Bockenheim fortgeführt. Durch große Fenster erscheinen die neuen Patientenzimmer lichtdurchflutet in wohliger Wärme. Für die Bewohner des Stadtteils Bockenheim wie auch der anderen Stadtteile Frankfurts bedeutet der Zusammenzug ein breiteres, ortsverzahntes Angebot in einem modernen Krankenhaus in konfessioneller Werte-Trägerschaft mit 320 Betten, sechs OP-Sälen auf high-end-Niveau sowie ein ambulantes OP-Zentrum auf höchstem Standard. Auch die eingefangenen Patientenstimmen bringen das Ergebnis auf einen Punkt: „Es ist schön zu wissen, dass nun alle Fachbereiche an einem Ort sind.“

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