Die Stimmung an der privatisierten Klinik (UKGM) sei sehr schlecht, sagte Gießens Betriebsratschef Klaus Hanschur. Allerdings sah er auch Bewegung: Die Klinikleitung übermittle erste Informationen zur Stellenplanung. Diese hat der Betriebsrat in dem seit Monaten dauernden Streit um die Zukunft des Krankenhauses eingefordert. Er wirft der Klinikleitung vor, dass Stellen unbesetzt bleiben oder Verträge nicht verlängert werden. Die Geschäftsführung wehrt sich dagegen und verweist in einem der Nachrichtenagentur dpa vorliegenden Mitarbeiterbrief auf mehr als 120 Vertragsverlängerungen seit dem 1. April. Die Mehrheit davon sei im ärztlichen Bereich erfolgt. Befristete Stellen würden geprüft, niemand werde über die Zukunft seines Arbeitsplatzes im Ungewissen gehalten.
Lob für die Landesregierung
Lob hatte Hanschur für die Landesregierung: Es sei richtig, dass die Rückkehrfrist von Mitarbeitern in den Landesdienst bis Jahresende verlängert werden soll. Nach dem Übernahmeangebot von Fresenius sei die Lage zu unklar, um jetzt eine Entscheidung treffen zu können. Das UKGM gehört zum Krankenhauskonzern Rhön-Klinikum, der vom Konkurrenten Fresenius geschluckt werden soll. In der vergangenen Woche hatte Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) die Verlängerung angekündigt. Ursprünglich lief die Erklärungsfrist bis Ende Juni. Das Land muss eine Rückkehrmöglichkeit schaffen, weil die Mitarbeiter bei der Privatisierung des Klinikums 2006 automatisch auf die Rhön-Klinikum AG übertragen worden waren.


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