Für dieses Ansinnen hagelt es derbe Kritik von der AOK. Von Behandlungsstopp könne definitiv keine Rede sein, entgegnet die Uniklinik. Man versuche lediglich Termine zu strecken.
Interview mit Norbert Pfeiffer
Wie wollen Sie konkret die Zahl der Behandlungen in der Hochschulambulanz reduzieren?
Ambulante Termine sollen in den Hochschulambulanzen gleichmäßig über das Jahr verteilt und "gestreckt" werden, soweit das medizinisch vertretbar ist. Darüber hinaus sollen Mitarbeiter, die in den Hochschulambulanzen Termine mit Patienten vereinbaren, nach medizinischer Möglichkeit, Patienten an qualifizierte niedergelassenen Ärzte verweisen, denn diese haben den Versorgungsauftrag für die ambulante Behandlung. Medizinische Notfälle werden nicht abgewiesen. Bereits vereinbarte ambulante Termine sollen nach Möglichkeit nicht abgesagt werden. Wenn es – wie in dem in der Mainzer Allgemeinen Zeitung erschienenen Artikel beschrieben – zu einer Absage gekommen ist, bedauert das der Vorstand.
Gibt es schon erste Erfolge dieser Strategie?
In den vergangenen Jahren wurden bis zu 120.000 Patienten in den Hochschulambulanzen behandelt. Eine Vergütung durch die Kassen erfolgt auf Basis eines Vertrages mit der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) und den Krankenkassen jedoch nur für 83.000 Patienten. Die Universitätsmedizin Mainz hat daher eine große Anzahl von Patienten umsonst behandelt. Daher war die Uniklinik gezwungen, die Anzahl der Fälle auf die vereinbarte Zahl zu limitieren.
Die Limitierung der Fallzahlen in den Hochschulambulanzen geschieht bereits seit Ende März/Anfang April 2013. Die Strategie hat zu einer gewissen Entlastung der Hochschulambulanzen geführt. Zum Vergleich: 2012 wurden von Januar bis Oktober 84.680 Patienten in den Hochschulambulanzen der Universitätsmedizin Mainz behandelt. Für den Vergleichzeitraum 2013 waren es 77.703 Patienten. Wir rechnen für das gesamte Jahr 2013 immer noch mit rund 93.000 Hochschulambulanzfällen. Das liegt zwar noch deutlich über der vertraglich mit der KV fixierten Zahl von 83.000 Patientenfällen, es bedeutet aber eine wesentlich kleinere Finanzierungslücke als in 2012 und den Vorjahren.



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