"Als Ankeraktionär bin ich strikt dagegen, eine Sonderdividende auszuschütten", sagte er der "Süddeutschen Zeitung" (Montagsausgabe). "Der Vorstand kann mit einfacher Mehrheit der Aktionäre eine Kapitaleinziehung beschließen. Ich denke da an 50 Prozent der ausgegebenen Aktien." Wer seine Aktien verkaufen wolle, könne bei diesem Ansatz mit einem Angebot von rund 28 Euro pro Aktie rechnen. Er und seine Frau wollten an ihrem 12,5-prozentigen Anteil allerdings vollständig festhalten. Im frühen Frankfurter Handel legten Rhön-Papiere um 2,5 Prozent auf 20,76 Euro zu und waren damit zweitstärkster Wert im MDax .
Neuorientierung auf Platz 4
Mit dem Erlös in Höhe von 3,1 Milliarden Euro aus dem Verkauf der 43 Kliniken an den Medizinkonzern Fresenius soll zudem die Unabhängigkeit des Unternehmens gesichert werden. Laut Münch sollten dafür die 800 Millionen Euro Bankschulden auf einen Schlag getilgt und 400 Millionen Euro für Investitionen zurückgestellt werden. Fresenius hatte Mitte September den Kauf eines Großteils der Kliniken von Rhön angekündigt. Der Medizinkonzern will die 43 Einrichtungen mit seiner eigenen Krankenhaussparte Helios zusammenführen. Rhön-Finanzvorstand Jens-Peter Neumann zeigte sich Anfang des Monats "zuversichtlich, dass bis Jahresende ein Paket an Krankenhäusern übertragen sein wird, dessen Unternehmenswert mindestens 70 Prozent des vereinbarten Transaktionsvolumens beträgt".
In den nächsten Monaten muss das Rhön-Management den Konzern mit der Konzentration auf wenige Krankenhäuser, darunter die Uni-Klinik Gießen und Marburg neu ausrichten. Der Umsatz schrumpft nach dem Verkauf an Fresenius künftig auf etwa einer Milliarde Euro und damit auf ein Drittel der bisherigen Größe. Damit rutschen die Franken von Platz drei auf Platz vier unter den privaten Krankenhausbetreibern in Deutschland.
Im vergangenen Jahr war der vollständige Verkauf des Unternehmens an Fresenius von den Konkurrenten Asklepios und B. Braun torpediert worden. Und der Medizintechnikkonzern B. Braun gibt nicht auf: Die Eignerfamilie von Ludwig Braun hat die Beteiligung an Rhön jüngst von bislang fünf auf fast elf Prozent aufgestockt und sich damit eine Sperrminorität gesichert. B. Braun will innerhalb der nächsten zwölf Monate den Anteil nach eigenen Aussagen weiter erhöhen. Jüngst hatten Gerüchte die Runde gemacht, dass der Hamburger Klinikkonzern Asklepios an dem Rest von Rhön, der nicht von Fresenius gekauft wird, interessiert sei. Eventuell könnte der Klinikbetreiber zusammen mit Braun ein Angebot vorbereiten.



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