Der Aufsichtsrat der Uniklinik Freiburg hat die Aufhebungsverträge mit dem Ärztlichen und dem Kaufmännischen Direktor bestätigt. Seit Monaten schwelte in der Uniklinik Freiburg ein Streit zwischen dem ärztlichen Direktor Wolfgang Holzgreve und dem kaufmännischen Direktor Frank Wertheimer. Holzgreve wollte mehr Einfluss, Wertheimer wollte keine Macht abgeben. Holzgreve berief sich auf eine Studie von Roland Berger zur Neustrukturierung und wurde von fast allen Chefärzten unterstützt, Wertheimer hatte die Mehrheit der Beschäftigten hinter sich. Der Konflikt spaltete die Klinik.
Weder der Aufsichtsrat noch das Baden-Württembergische Wissenschaftsministerum konnten den Streit schlichten, sodass nun beide Direktoren gehen mussten. Bis eine neue Klinikleitung gefunden ist, leitet Rüdiger Siewert das Universitätsklinikum. Siewert übt die gleiche Funktion am Uni-Klinikum Heidelberg aus. Sein Stellvertreter wird der Freiburger Uniklinik-Nephrologe Gerd Walz. Auf Verwaltungsseite wird Anja Simon, bisher Geschäftsbereichsleiterin für Controlling und Finanzen am Klinikum Freiburg, die Interimsphase überbrücken. Gleichzeitig sollen so bald wie möglich die Ausschreibung der beiden Positionen vorgenommen werden.
Krise mit Folgen
Die Führungskrise der Universitätsklinik Freiburg hat auch das baden-württembergische Wissenschaftsministerium beschädigt. Am Ende schaltete sich sogar die Universität Freiburg ein, um eine Lösung des Konflikts voranzutreiben.
Wissenschaftsminister Peter Frankenberg kündigte nun an, das Gesetz über die Uni-Klinika zu ändern. Als Gewährträger für die Häuser müsse das Land ein Letztentscheidungs- und damit ein Vetorecht bei der Wahl des Vorstands haben. Bisher entscheiden die Regierungsvertreter im siebenköpfigen Aufsichtsrat nur mit. Die Ministerien besitzen aber, wenn man die vom Land ausgesuchten externen Sachverständigen hinzunimmt, die Mehrheit im Gremium.


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